Überwachung zum Schutz der Dünen

Cabildo-Präsident Antonio Morales und die Bürgermeisterin von San Bartolomé de Tirajana, Concepción Narváez (Mitte), stellten die sechs Mitarbeiter vor, die künftig für die Dünen zuständig sind. Foto: Cabildo de gran Canaria

Cabildo-Präsident Antonio Morales und die Bürgermeisterin von San Bartolomé de Tirajana, Concepción Narváez (Mitte), stellten die sechs Mitarbeiter vor, die künftig für die Dünen zuständig sind. Foto: Cabildo de gran Canaria

Vier Mitarbeiter des Umweltdienstes und zwei Polizisten sollen gewährleisten, dass die Naturlandschaft intakt bleibt

Gran Canaria – Nach der erstaunlichen Erholung der Dünenlandschaft im Süden von Gran Canaria während der Ausgangssperre (das Wochenblatt berichtete) haben das Cabildo von Gran Canaria und die Stadtverwaltung San Bartolomé de Tirajana einen gemeinsamen Plan vorgestellt, um zu gewährleisten, dass dieser Landstrich durch die Reaktivierung des Tourismus nicht beeinträchtigt wird.
Die im Rahmen des Projektes „Masdunas“ getroffenen Maßnahmen, wie die Umschichtung von Sand und die Pflanzung neuer Büsche, die das Anhäufen von Sandkörnern begünstigen, zeigten zusammen mit der durch den Shutdown im Tourismus aufgezwungenen „Schonzeit“ positive Auswirkungen. Die Dünen erholten sich zusehends und haben nun einen Zustand wie vor fünfzig Jahren zurückgewonnen. Damit dies auch so bleibt, kontrollieren und überwachen vier Mitarbeiter des Inselumweltdienstes und zwei Polizeibeamte ab sofort die Zugänge und die Wege in den Dünen. Sie sind von Cabildo und Stadtverwaltung befugt, Bußgelder zu verhängen, wenn sie Verstöße feststellen.
Die Dünenlandschaft von Maspalomas ist an die 400 Hektar groß, und durch sie hindurch ziehen sich acht Kilometer ausgewiesene Wege, die durch 1.500 Pfosten markiert sind.
Cabildo-Präsident Antonio Morales und Bürgermeisterin Concepción Narváez stellten das neue Überwachungsteam für die Dünen vor und erklärten den Schutz dieses „Juwels“ der Insel zu ihrem gemeinsamen Ziel.

Die Lagune von Maspalomas Foto: miguel angel peña
Die Lagune von Maspalomas Foto: miguel angel peña

15.000 Fische einer invasiven Art entfernt

Untrennbar mit der Dünenlandschaft von Maspalomas verbunden ist auch die Salzwasserlagune „Charca de Maspalomas“, die ebenfalls von dem Umweltprojekt „Masdunas“ profitiert hat. In dem salzigen Wasser der Lagune haben sich seit Jahren Fische einer invasiven Art gefährlich vermehrt. Miguel Ángel Peña, Umweltexperte des Cabildos und Leiter des Projekts Masdunas, ist davon überzeugt, dass die regelrechte Invasion des Mosambik- oder Weißkehl-Buntbarschs in der Lagune durch den Menschen verursacht ist. Diese Fischart, die in vielen Ländern als Speisefisch gezüchtet wird, ist äußerst anpassungsfähig. Sie lebt in Süß- und Brackwasser und kommt auch mit einem niedrigen Sauerstoffgehalt des Wassers aus, was erklärt, weshalb sich die Art in der Lagune von Maspalomas so stark vermehrt hat.
Die Gefahr des Mosambik-Buntbarschs für das Ökosystem der Lagune liegt aber nicht nur in der unkontrollierten Vermehrung, sondern auch darin, dass dieser Fisch ein Allesfresser ist, der von Plankton über Insekten bis hin zu anderen Fischen und Küken kleiner Vogelarten vertilgt. Deshalb werden in der „Charca“ im Rahmen des Projekts Masdunas gezielte Fangaktionen durchgeführt, um möglichst viele Exemplare dieser invasiven Art zu beseitigen. Wie das Cabildo mitteilte, wurden mit Reusen in den vergangenen Monaten an die 15.000 Fische gefangen.
Miguel Ángel Peña erklärt, dass in der Lagune vor der Invasion des Mosambik-Buntbarschs elf Fischarten und zahlreiche Algenarten und andere Wasserpflanzen heimisch waren, deren Zahl durch die Ausbreitung der invasiven Art stark abgenommen hat. Deshalb seien die gezielten Fangaktionen notwendig.
Manchmal kommt die Natur sich aber auch selbst zur Hilfe. So sorgte ein Temperaturanstieg im Januar, der den Wasserpegel sinken ließ, zusammen mit einer Verringerung des Sauerstoffgehalts in der Lagune dafür, dass viele Mosambik-Buntbarsche starben. Das Cabildo beseitigte etwa 30 Kilo tote Fische. Im Mai wiederholte sich das Phänomen.
Die „Charca de Maspalomas“ steht ebenso wie die Dünenlandschaft von Maspalomas seit 1987 unter Naturschutz. Die Lagune gilt als sensibles ökologisches Gebiet, in dem zahlreiche Vogelarten nisten und verschiedene Fischarten vorkommen. Sie ist quasi ein Relikt des Marschlandes in diesem Inselteil, das durch die Erschließung und Bebauung zerstört wurde. Die Charca ist nur durch einen schmalen Sandstreifen vom Meer getrennt. Eine Wassererneuerung findet nach starken Regenfällen statt, wenn diese Sandbarriere weggeschwemmt wird. Salzgehalt und Wasserstand schwanken je nach Jahreszeit stark. Rund um den natürlichen Meerwassersee hat sich eine besondere Tier- und Pflanzenwelt angesiedelt. Zahlreiche Vogelarten haben diese Oase zum Nistplatz auserkoren.

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