Trauerfeier für die beiden in Afghanistan getöteten Soldaten


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Der Unteroffizier Manuel Argudín (34) und die Soldatin Niyireth Pineda (31) kamen bei einem Sprengstoffanschlag der Taliban ums Leben

Am 28. Juni fand auf dem Kasernengelände Canarias 50 in Las Palmas die Trauerfeier für zwei in Afghanistan getötete spanische Soldaten statt. Die 31-jährige Niyireth Pineda und der 34-jährige Manuel Argudín waren am Sonntag, dem 26. Juni bei einem Bombenanschlag der Taliban ums Leben gekommen.

Das Bombenattentat ereignete sich etwa 20 Kilometer nördlich von Qala-i-Naw, der Hauptstadt der Provinz Badghis, ein Gebiet, das von spanischen Truppen kontrolliert wird. Acht Tage zuvor waren vier spanische Soldaten sowie ein Übersetzer ebenfalls bei einem Bombenanschlag schwer verletzt worden. Bei dem brutalen Sprengstoffanschlag am 26. Juni wurden drei weitere spanische Soldaten teils schwer verletzt.

Bei der bewegenden Trauerfeier, an der Verteidigungsministerin Carme Chacón und auch der spanische Kronprinz Felipe teilnahmen, wurde den gefallenen Soldaten der höchste militärische Verdienstorden, das Verdienstkreuz am roten Band, verliehen. Prinz Felipe nahm die posthume Ehrung vor. Auch der kanarische Regierungschef Paulino Rivero sowie die komplette Militärspitze der Insel waren anwesend.

Der katholische Militärerzbischof Juan del Río, der den kirchlichen Teil der Trauerfeier gestaltete, sagte, dass die getöteten Soldaten bei der Verteidigung einer respektvollen und gerechten Welt starben und auf jene trafen, die Panik und Terror zu ihrer Lebensform gemacht haben. Der Erzbischof lobte außerdem den Einsatz Spaniens für die Demokratie über die Landesgrenzen hinaus.

Niyireth Pineda und Manuel Argudín gehörten zum Regiment Soria 9 auf Fuerteventura, dem mit 502 Jahren ältesten Regiment in Europa. Manuel Argudín soll in Palencia beigesetzt werden, wo seine Eltern leben, während Niyireth Pineda in ihre Heimat Kolumbien überführt werden soll.

Die Familie der jungen Frau traf das Schicksal besonders hart. Sie war nach Spanien eingewandert, um als alleinerziehende Mutter ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dem Beispiel ihrer Schwester Neila folgend, bewarb sie sich als Berufssoldatin bei den spanischen Streitkräften. Eine andere Schwester berichtete der Nachrichtenagentur EFE, dass Niyireth bis zu ihrer Auswanderung vor sieben Jahren Lehrerin an einer Schule in Tolima war. Um ihrem Kind aber eine bessere Zukunft bieten zu können, entschied sie sich für die Militärlaufbahn in Spanien. Das Risiko, so die Schwester, habe sie im Vergleich zu ihrem Leben in Kolumbien, wo seit Jahrzehnten ein Guerrillakrieg tobt, als gering eingeschätzt. Nun hinterlässt Niyireth ihren neunjährigen Sohn als Waise. Der Junge, der in Begleitung seiner Tante an der Trauerfeier in Las Palmas teilnahm, war erstaunlich gefasst und nahm die Verdienstmedaille seiner Mutter und die gefaltete spanische Flagge, die den Sarg bedeckt hatte, in Empfang.

Der 20-jährige Soldat Rubén Velázquez von Gran Canaria, der bei dem Sprengstoffanschlag verletzt wurde und sich in einem Madrider Krankenhaus erholt, berichtete, der Angriff der Taliban auf den Militär-Konvoi sei so überraschend gekommen, dass es keine Zeit für Reaktionen gab. Er könne sich nur noch an die Explosion erinnern und daran, dass er durch die Luft flog. Auf die Frage, ob er sich erneut für die Mission in Afghanistan melden würde, erwiderte er, dass er es sich gut überlegen werde. Momentan sehe er seiner Entlassung aus dem Krankenhaus entgegen und wolle nur noch auf dem schnellsten Weg nach Hause zu seiner Familie.




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