Tödliche Gasexplosion in Mogán


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Scheinbar verursachte ein Riss in der unterirdischen Leitung das schwere Unglück

Am Morgen des 23. November kam es zu einer verheerenden Gasexplosion in einem Hotel in Mogán. Zwei Personen, darunter eine norwegische Touristin, starben kurz darauf an ihren schweren Verbrennungen, weitere vier wurden schwer verletzt.

Die Nachrichtenagentur EFE bekam Zugang zu einem internen Bericht und dem letzten Stand der Ermittlungen. Demzufolge nahm am 23. November gegen 9.00 Uhr morgens das Unglück seinen Lauf, als ein Angestellter des Gasvertreibers Disa einen Propangastank des Hotel Cordial Mogán Playa füllte. Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, dass das unterirdische Leitungsrohr zum Tank einen Riss hatte, durch den das Gas in den Keller des Hotels und in das sich dort befindliche Spa strömte. Doch dann bemerkten – unabhängig voneinander – sowohl die Hotel- als auch der Disa-Angestellte den durchdringenden Gasgeruch. Der Auslieferer erkannte den Austritt, stoppte sofort den Gasfluss, trennte den Schlauch ab und schloss die Ventile, informierte den Wartungsdienst des Hotels und Disa. In dem Moment, als er in der Kabine des Tankwagens mit dem Vertreiber sprach, explodierte das Gas im Keller. Das Feuer schoss durch Gänge und Räume. Die Druckwelle war so stark, dass die Brandschutztüren aus den Angeln gerissen und Mobiliar herumgeschleudert wurde. Der Knall war noch in zwei Kilometern Entfernung zu hören.

In Bruchteilen von Sekunden wurden 23 Personen teils schwerst verletzt. Besonders von der Feuergewalt getroffen wurden eine norwegische Urlauberin, die Leiterin des Spa, drei weibliche Reinigungskräfte und ein Portier.

Während die Schwerverletzten erstversorgt und per Hubschrauber in die Krankenhäuser Doctor Negrín und Insular de Las Palmas geflogen bzw. in die Klinik San Roque-Meloneras gebracht wurden, kümmerten sich das Rote Kreuz und Psychologen in einem Zelt um 17 Urlauber und Hotelangestellten, die einen Schock erlitten hatten. Da die bauliche Struktur des Hotels von der Explosion nicht in Mitleidenschaft gezogen worden war, konnten die zunächst evakuierten Urlauber am Nachmittag in das Hotel zurückkehren.

Der Gasvertreiber Disa lehnte noch am selben Tag per öffentlicher Mitteilung jegliche Verantwortung für die Gasexplosion ab und sprach Opfern und Familien sein Mitgefühl aus.

Zwei Todesopfer und vier Schwerverletzte

Anita Berget, die 55-jährige norwegische Urlauberin mit den schwersten Brandverletzungen, starb am frühen Morgen des 24. November. Yedna Botet Castañeda, eine 22-jährige kubanische Kellnerin, erlag ihren schweren Verbrennungen einen Tag später.

Die anderen vier Brandopfer werden im Schwerverbranntenzentrum in Sevilla oder weiterhin in Kliniken Gran Canarias behandelt.




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