Streik der Mitarbeiter des Hotels Oasis vertreibt Touristen


Die Angestellten traten Ende Dezember in unbefristeten Streik

Der Streik der Mitarbeiter des Hotels Riu Palace Oasis in Maspalomas ist zu einem Ärgernis für die Urlauber geworden. Am 29. Dezember traten 90% der Belegschaft in Streik und protestieren seither gegen die Kürzung von unbefristeten Arbeitsverhältnissen und die Beschneidung der Rechte der Arbeitnehmer.

Die Gewerkschaft FSOC rief zu diesem Streik auf und beschuldigt die Unternehmensleitung, Personalkürzungen vorzunehmen, weil die Zukunft des Hotels unsicher ist. „Unsere Arbeiter ergreifen weder Partei für Riu noch für Lopesan. Sie treten einzig und allein für die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze ein“, erklärte Betriebsratschef Francisco Suárez.

Die Kontroverse um das Hotel Oasis begann 2013 mit der Ankündigung der Hotelkette Riu, das im Palmenhain von Maspalomas liegende Hotel abreißen zu wollen, um an dieser Stelle ein komplett neues Luxushotel zu bauen. 50 Millionen Euro wollte die mallorquinische Hotelkette in dieses Projekt stecken. Doch die Konkurrenz Lopesan – eine kanarische Hotelkette mit Häusern in der Nähe – witterte Gefahr, lehnte die Pläne von Riu ab und forderte von der Inselverwaltung, das alte Hotel Oasis aufgrund seines architektonischen Wertes unter Schutz zu stellen. Das Cabildo lehnte dies zwar zunächst ab, sah dann aber ein, dass das Gebiet des Oasis und der Palmenhain wegen ihres geschichtlichen Wertes geschützt werden müssen, da Christoph Kolumbus auf seinem Weg nach Amerika diesen Ort besuchte. Seither ist die Zukunft des Hotels Oasis ungewiss, denn die kanarische Regierung hat noch immer nicht über den Antrag des Cabildos entschieden, das Oasis zum Kulturgut zu erklären.

Dass die Beschäftigten des Hotels Oasis seit dem 29. Dezember ihren Streik mit Hupen und Trillerpfeifen laut kundtun, hat nach Auskunft der Hotelleitung zu zahlreichen Beschwerden geführt. „Wir respektieren das Streikrecht der Arbeiter, aber wir können nicht zulassen, dass dadurch die Ruhe der Gäste gestört wird“, erklärte Pablo González-Haba, Direktor von Seaside Hotels. Die Pfiffe und das Gehupe von morgens um neun bis abends um sieben störe die Ruhe von bis zu 4.000 Urlaubern in den nahegelegenen Hotels wie dem Seaside Palm Beach. Einige Gäste hätten angesichts dieser Störung ihren Urlaub sogar vorzeitig abgebrochen. Man habe, so González-Haba, mit den Demonstranten gesprochen, doch es habe sich nichts geändert. Die Ortspolizei von Maspalomas hat wegen Ruhestörung bereits Anzeige erstattet. Bis Anfang Januar änderte dies allerdings nichts.




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