Skandal auf Gran Canaria


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Expräsident der Handelskammer Las Palmas wegen häuslicher Gewalt verhaftet

In Las Palmas de Gran Canaria wurde am 4. Januar der bekannte Unternehmer José Miguel Suárez Gil verhaftet, dem häusliche Gewalt gegen seine Ehefrau vorgeworfen wird.

Der Geschäftsmann, der vier Jahre lang Vorsitzender der Handelskammer von Las Palmas und im Laufe seiner Karriere auch in der Inselpolitik aktiv war, soll seine Frau, die bekannte Anwältin Josefina Navarrete, mit einer Schusswaffe bedroht haben. Die Polizei teilte mit, dass als Motiv Eheprobleme in Frage kommen. Anscheinend kriselte es  schon seit einigen Monaten in der Ehe. Die beiden hatten 2008 geheiratet. Für den Geschäftsmann war es die dritte, für die Anwältin die zweite Ehe.

Am 4. Januar eskalierten die Ehestreitigkeiten und mündeten in einer Episode häuslicher Gewalt. Josefina Navarrete soll im Domizil der Eheleute in Tafira gerade einige persönliche Gegenstände gepackt haben, als ihr Mann gewaltsam in das Haus eindrang und mit einer Pistole auf sie zielte. Zwei Freundinnen wurden Augenzeugen der Aggression und eine von ihnen rief bei der Notrufzentrale an und berichtete von dem heftigen Streit.

Laut Polizeibericht war der mutmaßliche Angreifer auch nach der Verhaftung noch schwer aufgebracht und soll sogar versucht haben, einem Polizisten die Waffe zu entwenden. Josefina Navarrete war erst kurz vor dem Zwischenfall aus den USA auf die Insel zurückgekehrt. Sie und ihr Mann besitzen in Miami einen Zweitwohnsitz, wo sie sich die letzten Monate aufgehalten hatten. Nach der Rückkehr auf die Kanaren war scheinbar eine Trennung vereinbart. Der Polizei sagte sie, dass ihr Mann mit der Pistole auf ihren Kopf gezielt habe.

José Miguel Suárez Gil hatte als passionierter Jäger zahlreiche Schusswaffen in seinem Haus. Die Ermittler fanden 21 Pistolen und Gewehre, und es wird nun geprüft, ob der Geschäftsmann für alle Waffen in seinem Besitz einen Schein hatte.

Auf Gran Canaria ist die Nachricht über die Verhaftung von José Miguel Suárez Gil wie eine Bombe eingeschlagen. Verschiedene lokale Medien berichteten über die Karriere und den Werdegang des Unternehmers, der nicht überall beliebt war. Sein Spitzname „grauer Fuchs“ (zorro plateado) kommt nicht von ungefähr, denn er hat es immer verstanden, durch kluge Schachzüge und mit Kontakten – vor allem in der Politszene – gute Geschäfte zu machen.




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