Nebelfänger ermöglichen die Regeneration von Wäldern und Grundwasser

Cabildo-Präsident Antonio Morales vor einer Karte, welche die Abmessungen des Gebietes zeigt, in dem das Projekt LIFE Nieblas umgesetzt wird. Fotos: CABGC

Cabildo-Präsident Antonio Morales vor einer Karte, welche die Abmessungen des Gebietes zeigt, in dem das Projekt LIFE Nieblas umgesetzt wird. Fotos: CABGC

Das Cabildo ist federführend bei einem Pionierprojekt von europaweiter Bedeutung, das der Wüstenbildung entgegenwirken soll

Gran Canaria – Das Oberhaupt der Inselverwaltung von Gran Canaria, Cabildo-Präsident Antonio Morales, hat dieser Tage ein neues Aufforstungsvorhaben vorgestellt, das zum Modell für andere von Wüstenbildung bedrohte Landstriche Spaniens und Europas werden könnte.
Im Rahmen des Projekts LIFE Nieblas sollen an den Hängen des Barranco de la Virgen 20.000 Bäume des Kanaren-typischen Lorbeerwaldes aufgeforstet werden. Das Gebiet umfasst 33 Hektar, die durch Abholzung und Waldbrand geschädigt wurden und von Wüstenbildung bedroht sind. Mittels Vorrichtungen, die Nebeltröpfchen sowie auch Wasser aus tiefhängenden Wolken auffangen, will man jährlich direkt vor Ort 215.000 Liter Wasser gewinnen. Diese Wassermenge soll es den Pflanzungen ermöglichen, sich zu einem Wald zu entwickeln, der Quellen entstehen lässt und das Grundwasser halten kann, wie es früher an dieser Stelle der Doramas-Wald getan hat, der in alter Zeit den gesamten Norden der Insel bedeckte.
Die Maßnahme ist auf vier Jahre angelegt und mit 2,1 Millionen Euro Investitionsvolumen das größte und ambitionierteste der acht Projekte, die bisher unter dem Schirm des LIFE-Umweltprogramms der EU-Kommission auf Gran Canaria durchgeführt wurden.

Die Nebelfänger des Projekts LIFE Guguy sollen für das aktuelle Vorhaben optimiert werden. Fotos: CABGC
Die Nebelfänger des Projekts LIFE Guguy sollen für das aktuelle Vorhaben optimiert werden. Fotos: CABGC

Es ist eine große Herausforderung, eine Landschaft, die jahrhundertelang massiver Abholzung und Wasserentnahme ausgesetzt war und schließlich noch durch einen großen Brand zerstört wurde, zu begrünen und intakte Wasserkreisläufe wieder herzustellen. Für Gran Canaria, wo 90% des Bodens unter Wassermangel leiden, und wo ein hohes Risiko der Wüstenbildung besteht, wäre dies ein großer Fortschritt. Die EU will die Erfahrungen, welche auf Gran Canaria gesammelt werden, später auch bei der Bekämpfung der drohenden Wüstenbildung in der Mittelmeerregion einsetzen.
Anfang 2021 beginnt die Umsetzung des Projekts damit, dass Nebelfänger auf den Bergkämmen aufgestellt werden. Dort oben ist der beste Platz, um kleinste Tröpfchen aus dem Nebel und dem sogenannten horizontalen Regen – Wasser, das durch den Kontakt mit tiefhängenden Wolken an Bäumen oder in diesem Falle an den Nebelfängern auskondensiert – einzufangen. Schon jetzt werden Versuche mit verbesserten Prototypen angestellt, die auf den bei einem früheren Projekt namens LIFE Guguy eingesetzten Nebelfängern basieren. Anhand der Ergebnisse wird ermittelt, wie viele dieser Vorrichtungen für die Umsetzung der Pläne benötigt werden.
Die Bäume, die aufgeforstet werden sollen, sind: Gagelbaum (Faya), kleinblättrige Stechpalme (Acebiño), kanarischer Erdbeerbaum (Madroño), der Lorbeerbaum Barbusano und andere Arten des Lorbeerwaldes.

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