„Moby Dick“ in Gefahr


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Forscher untersuchen Population auf den Kanaren und potentielle Bedrohungen

Schnellfähren werden für 81% der in den letzten 20 Jahren infolge von Kollisionen mit Schiffen verendeten Pottwale verantwortlich gemacht. Dass diese Schiffe eine Bedrohung für die großen Meeressäuger darstellen, darüber waren sich die Teilnehmer der Expertentagung bzw. Informations- und Bildungsinitiative in Las Palmas de Gran Canaria einig.

Forscher und Biologen von WWF España, der kanarischen Walforschungsgesellschaft SECAC und der Caja Madrid Stiftung werden zwei Jahre lang an einem gemeinsamen Projekt für den Erhalt und den Schutz der Pottwale auf den Kanarischen Inseln arbeiten. Sie werden die Lebensgewohnheiten dieser mächtigen Meeresbewohner untersuchen und die Gefahren, denen sie zwischen den Inseln ausgesetzt sind.

Bei der Informationsveranstaltung in Las Palmas stellten die Experten dem Publikum diese Giganten der Meere vor. Der renommierte griechische Wissenschaftler und wissenschaftliche Leiter des Pelagos Research Institute, Dr. Alexandros Frantzis, der sich seit Jahren intensiv mit der Erforschung dieser sanften Giganten beschäftigt, erläuterte einige der Besonderheiten dieser Tiere, die alle Rekorde brechen: sie tauchen am tiefsten, können enorme Druckunterschiede ausgleichen und große Temperaturunterschiede aushalten. Außerdem erfuhren die Zuhörer, dass Pottwale trotz ihres Größenkonkurrenten, dem Blauwal, das größte Gehirn aller Lebewesen haben.

Nach dem Vortrag von Dr. Alexandros Frantzis wurde ein Dokumentarfilm über Pottwale im Mittelmeer gezeigt.

Fakt ist, dass die Kanarischen Inseln bei der Betrachtung der weltweiten Population der Pottwale eine wichtige Rolle spielen. Zahlenmäßig wird das kanarische Revier zu den bedeutendsten weltweit gerechnet, versicherte Dr. Frantzis. Nun wollen die Wissenschaftler die mittlerweile als gefährdet eingestufte Walspezies und ihre Gewohnheiten mit diesem gemeinsamen Projekt in den Revieren zwischen Teneriffa und Gran Canaria sowie an der Ostküste von Fuerteventura und Lanzarote näher erkunden.




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