López Aguilar erneut Generalsekretär der kanarischen Sozialdemokraten


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Der ehemalige Justizminister erhielt 20% weniger Stimmen als vor einem Jahr

Vor vier Jahren war Juan Fernando López Aguilar noch der ungetrübte Star der kanarischen Sozialdemokraten (PSOE-PSC). Nach seiner fulminanten Karriere in Madrid, wo er über mehrere Jahre als Justizminister Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero zur Seite stand wurde er im Hinblick auf die anstehenden Regionalwahlen in seine Heimat, die Kanarischen Inseln zurückgeschickt.

Und tatsächlich brachte er als Spitzenkandidat den Sozialdemokraten ein wahrlich ansehnliches Wahlergebnis. Eine Regierungskoalition zwischen den kanarischen Nationalisten (CC) und den Konservativen (PP) verhinderte allerdings, dass die Sozialdemokraten auf den Kanaren an die Macht kamen. Nicht wenige seiner Parteigenossen lasteten ihrem Chef damals seine Starrköpfigkeit an, die dazu geführt habe, dass man nicht selber eine Koalition mit der CC bilden konnte. Das und sein oft als übertrieben weltmännisch kritisiertes Auftreten haben ihm in den letzten Jahren so manch einen Feind selbst in den eigenen Reihen eingebracht.

Und das machte sich auf dem 11. Parteitag der kanarischen Sozialdemokraten bemerkbar, der am 8. und 9. November in Las Palmas de Gran Canaria stattfand. Zwar wurde Juan Fernando López Aguilar als einziger Kandidat mit 74% der Stimmen erneut zum Generalsekretär gewählt. Die Tatsache, dass er jedoch 20% weniger Stimmen erhielt, als beim außerordentlichen Parteitag vor einem Jahr, ist nur schwerlich als unwichtig von der Hand zu weisen. López Aguilar ließ sich davon jedoch nichts anmerken und erklärte nach seiner Wiederwahl, die kanarischen Sozialdemokraten hätten sich klar für den „Wandel“ auf den Inseln entschieden. Im Hinblick auf die nächs­ten Regionalwahlen im Jahr 2011 sieht er gute Chancen für eine absolute Mehrheit. „Man muss sie sich nur verdienen, ohne innere Zerrissenheit und ohne Verletzlichkeit“.

Für Aufsehen und Missstimmung sorgte am nächsten Tag die Vorstellung der neuen Führungsmannschaft der Partei. López Aguilar hatte nämlich keinen Posten für eines der politischen Schwergewichte der Partei, den derzeitigen Bürgermeister von Las Palmas de Gran Canaria und bis dato Präsidenten der PSOE-PSC, Jerónimo Saavedra, vorgesehen. Sein Amt innerhalb der Parteistruktur wurde der von Teneriffa stammenden Sozialdemokratin Teresa Noreña anvertraut.




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