Lebensmittelbanken überlastet


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Auf Gran Canaria können über 100.000 Bedürftige nicht versorgt werden

Krise ist für Zehntausende Canarios schon seit längerem nicht mehr nur ein theoretischer Begriff, sondern raue Wirklichkeit. Besonders deutlich zeigt sich das am Beispiel von Gran Canarias Lebensmittelbank, bei der die Nachfrage bedürftiger Familien im vergangenen Jahr um 30% gestiegen ist.

Inzwischen sei man ziemlich überlas­tet, erklärte Mitte März der Leiter dieser Initiative, Manuel Pérez. Täglich gehen zwischen 10 bis 15 neue Anfragen ein. Die Bedürftigenliste beläuft sich mittlerweile auf 126.000 Personen, die Kapazität der Banco de Alimentos reicht jedoch nur für 25.000. Besonders hart hat es die Immigranten getroffen, die bereits 30% der Bevölkerungsgruppe darstellen, an die die Lebensmittel verteilt werden.

Die dramatische Lage hat inzwischen auch Kanaren-Chef Paulino Rivero auf den Plan gerufen. Am 20. März nahm er einen seit Monaten geplanten Termin wahr und besuchte zusammen mit der Ministerin für Soziales, Inés Rojas, das Lager der Lebensmittelbank innerhalb des Ge­ländes von Mercalaspalmas.

Gran Canarias Lebensmittelbank will in diesem Jahr drei Millionen Kilo Nahrungsmittel an bedürftige Familien in der Provinz verteilen. Etwa 600.000 Kilo davon werden aus der Europäischen Union importiert und erreichen Gran Canaria durch die Vermittlung des Umweltministeriums. 130 kleinere Organisationen mit insgesamt 28 festen und 80 sporadischen freiwilligen Helfern sorgen auf der Insel dafür, dass die Lebensmittel in die richtigen Hände gelangen.

„In Krisenzeiten mulitplizieren sich ohnehin schon bestehende Probleme, besonders in einer Gesellschaft, zu der sich so viele Menschen in der Hoffnung auf Arbeit gesellt haben und die hier über kein familiäres Nezt verfügen, das sie jetzt auffangen könnte“, meinte Rivero nach der Besichtigung des Warenlagers und langen Gesprächen mit den Mitarbeitern. Seine Initiative, überschüssige Ware aus kanarischen Supermärkten gezielt an Bedürftige zu verteilen, habe er nicht aufgegeben, versicherte der Kanaren-Chef. Im Gegenteil, in den letzten Wochen sei man bereits diesbezüglich mit den betreffenden Handelsketten in Kontakt getreten.




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