Kubanische Basketballer stellen Asylantrag


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Die vier Spieler der kubanischen Basketball-Nationalmannschaft, die im August nach einem Länderspiel auf Gran Canaria untergetaucht und nicht in ihre Heimat zurückgeflogen sind, haben mittlerweile politisches Aysl in Spanien beantragt.

Sie wurden im Polizeikommissariat in Las Palmas de Gran Canaria vorstellig und äußerten den Wunsch, in Spanien zu bleiben, um zu studieren und ihre Sportlerkarriere fortzusetzen.

Die Spieler Georvis Elías Sayus, Grismay Paumier, Taylor García und Geofry Silves­tre gelten in ihrer Heimat nun als fahnenflüchtig.

In Kuba wird unerlaubtes Verlassen des Landes als Straftat verfolgt und mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft.

Die kubanische Basketball-Nationalmannschaft war im August in zwei Freundschaftsspielen auf Gran Canaria zunächst gegen das spanische Nationalteam, dem sie 57 zu 94 unterlag, und anschließend gegen ein Insel-Team angetreten, das sie mit 76 zu 65 besiegte. Den kubanischen Behörden war bereits im Vorfeld klar gewesen, dass die Ausreisegenehmigungen für ihre Spieler ein Risiko darstellten, da der Kontakt zu Landsleuten auf den Kanaren sie zum freiwilligen Exil animieren könnte. Tatsächlich kamen zu dem Spiel der kubanischen Mannschaft gegen das kanarische Basketballteam über 150 auf Gran Canaria ansässige Kubaner.

Das kubanische Sportinstitut hatte angesichts des kalkulierbaren Risikos zunächst sogar in Erwägung gezogen, die Reise abzusagen – Ausrede sollte die angeblich schwache Kondition und Leistung der Basketballer sein. Letztendlich wurden die Ausreisegenehmigungen aber doch erteilt.

Es geschieht recht häufig, dass kubanische Sportler nach Wettkämpfen im Ausland – oft durch bessere Vertragsangebote –  ihrer Heimat den Rücken kehren.

Erst Anfang Juli ist der kubanische Baseballer Aroldis Chapman während der Vorbereitung seines Nationalteams auf ein Turnier in den Niederlanden aus dem Mannschaftshotel geflüchtet und untergetaucht. Ende des Monats sind außerdem drei kubanische Radfahrer nach einem Rennen in Mexico-City geblieben.




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