Keine zweite Landebahn vor 2025


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Aena schiebt Ausbau des Flughafens von Gran Canaria auf

Seit über zwölf Jahren laufen auf Gran Canaria die Bemühungen um den Ausbau des Flughafens Gando. Konkret geht es um den Bau einer zweiten Start- und Landebahn landeinwärts, wofür sich die kanarische Regierung über das Transportressort einsetzt.

Die Mitteilung von Aena, dass der von der kanarischen Regierung vorgeschlagene Kooperationsvertrag zwischen der staatlichen spanischen Flughafenverwaltung und der kanarischen Regierung vorerst nicht weiter abgewickelt werden wird, ist auf Gran Canaria mit Empörung zur Kenntnis genommen worden. Der Leiter des regionalen Transportressorts, Domingo Berriel, regte sich auf, dass Aena so einseitig diese Entscheidung treffe, die ja schließlich beide Seiten angehe.

In einem Schreiben des Aena-Verwaltungsratsvorsitzenden José Manuel Vargas wird der Ausbau des Flughafens bzw. der Bau der neuen Landebahn mindestens auf das Jahr 2025 hinausgeschoben, „da die zu erwartende Entwicklung des Verkehrs und der Passagierzahlen diese Ausbaumaßnahme erst für einen Zeitraum nach dem Jahr 2025 als notwendig einstufe“.

Die kanarische Regierung hat auf die Mitteilung der Flughafenverwaltung umgehend ein Treffen mit der spanischen Verkehrsministerin Ana Pastor beantragt, um ein Überdenken dieser Entscheidung zu erwirken.

Die kanarische Regierung steht in dieser Angelegenheit seit über fünfzehn Jahren mit Aena in Verhandlung. Die Flughafenerweiterung um eine zweite Start- und Landebahn bringt zwangsläufig auch die Zwangsenteignung mehrerer Siedlungen in Flughafennähe mit sich, für deren Bewohner neue Wohnungen gebaut werden müssen. Über den Bewohnern der Orte Ojos de Garza, La Montañeta und Caserío de Gando schwebt seit Jahren ein drohendes Enteignungsverfahren. Nun werden sie nach der Entscheidung von Aena mindestens zwölf weitere Jahre mit der Ungewissheit leben müssen.

Domingo Berriel kritisierte, dass die Gründe, die Aena für den Aufschub nennt, nicht nachvollziehbar sind, denn jahrelang wurden diese Pläne vor dem Hintergrund steigender Passagierzahlen weiterentwickelt. Nun schiebe Aena plötzlich und völlig unerwartet einen Riegel vor, obschon die Passagierzahlen sich in die erwartete Richtung weiterentwickeln.

Das Gesamtprojekt für den Bau der neuen Landebahn am Flughafen Gando wird auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Die kanarische Regierung schätzt die Kosten für den Bau neuer Wohnungen für die Enteigneten auf 209 Millionen Euro. Angesichts der Finanznot des spanischen Staates liegt es nahe, dass dieses Vorhaben derzeit für überflüssig gehalten wird.




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