Kanarischer PP-Chef soll in Korruptionsfall verwickelt sein


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Soria muss zum „Caso Eólico“ Stellung nehmen

Der Verdacht, dass José Manuel Soria, kanarischer PP-Chef und Cabildopräsident von Gran Canaria, in die Korruptionsfälle verwickelt sein könnte, die in den letzten Monaten auf den Kanarischen Inseln aufgedeckt wurden, erhärtet sich.

Zumindest in einem der Fälle, dem so genannten „Caso Eólico“, einem großangelegten Komplott im kanarischen Industrieministerium, soll er seine Finger im Spiel gehabt haben. Ende Februar dieses Jahres wurden in dem Fall bereits mehrere Personen verhaftet – darunter hohe Beamte, Unternehmer und ein Bankdirektor. Es geht dabei um die Weiterleitung interner Informationen über eine öffentliche Ausschreibung für den Bau von Windgeneratoren auf den Kanaren, Monate bevor diese tatsächlich stattfinden sollte. Die vertraulichen Daten wurden dem inzwischen verhafteten Unternehmer Wilebaldo Luis Yanes sowie anderen Unternehmern unter anderem per E-Mail zugespielt.

Gleich zwei der wichtigsten Kläger in diesem Fall, der ehemalige Beauftragte von Megaturbinas Arinaga SA, Francisco Cabrera, sowie Alberto Santana, ehemaliger Verkaufsleiter von Siemanca, eines der scheinbar begünstigten Unternehmen, haben nun direkte Anschuldigungen gegen Soria erhoben.

Nach Aussagen Cabreras soll Soria eindeutig ein Unternehmen bevorzugt behandelt haben, das „zufälligerweise“ der Familie gehörte, von der er ein Haus gemietet hatte. Im Gegenzug dazu sollen ihm unter anderem Mietkosten in Höhe von 30.000 Euro erlassen worden sein. Vorwürfe, die auch von Santana bekräftigt wurden. Soria soll außerdem aktiv verhindert haben, dass sich das öffentliche Unternehmen Megaturbinas an der Ausschreibung für den Bau der Windgeneratoren beteiligen konnte.

José Manuel Soria will nun „wegen Verleumdung“ gerichtliche Schritte gegen die beiden Unternehmer einleiten. Diese geben sich jedoch gelassen. Cabrera erklärte hierzu lediglich, er mache sich deswegen keine Sorgen. Nur die Zeit, die er durch die Gänge zum Gericht und das Geld, das er an seine Anwälte zahlen müsse, täten ihm leid.




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