Junge Bergwanderer in den Tod gesprungen?


Trauriges Ende einer großangelegten Suchaktion

Endlose Tage und Nächte zwischen Hoffen und Bangen fanden ein tragisches Ende, als zwei junge Wanderer von Suchtrupps in einem zwanzig Meter tiefen Abgrund tot aufgefunden wurden.

Alejandro de Yrissari und Edgar Betancor aus Las Palmas waren fünf Tage zuvor mit dem Bus ins Gebirge Richtung Tejeda aufgebrochen. Im Bergdorf Artenara wurden die beiden 30-Jährigen zum letzten Mal von einer Ladenbesitzerin gesehen. Danach fehlte jede Spur.

Bei der großangelegten Suche durchkämmten Familien, Freunde, verschiedene Suchmannschaften und eine Hundestaffel, zeitweise bis zu 170 Personen, tagelang die Umgebung, zunächst ohne Erfolg. Am Morgen des sechsten Tages schließlich fand man die Leichen der beiden jungen Männer am Fuße eines Steilhanges nahe dem Risco de Faneque, gut zehn Kilometer von dem Punkt entfernt, wo die Vermissten zuletzt gesehen worden waren. Sie waren 75 Meter abseits des Wanderweges in einen zwanzig Meter tiefen Abgrund gestürzt. Die Unwegsamkeit des Geländes und Nebel erschwerten dem Rettungshubschrauber die Bergung, die erst am Nachmittag gelang.

Die Art der Kopfverletzungen und der Zustand der Toten ließen vermuten, dass der Absturz unmittelbar tödlich gewesen war. Die Untersuchung der Indizien und die Autopsie, die im Gerichtsmedizinischen Institut von Las Palmas durchgeführt wurde, ergaben, dass die jungen Männer zum Zeitpunkt des Auffindens schon seit etwa drei Tagen tot waren und es sich bei dem tödlichen Sturz nicht um einen Unfall handelt. Die beiden müssen also etwa zwei Tage lang in dem Wandergebiet unterwegs gewesen sein, bevor es zu dem Unglück kam. Demzufolge waren sie zu Beginn der Suchaktion noch am Leben.




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