Industriegas und Treibstoff aus CO2


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Ein innovatives Industrieprojekt ermöglicht die Vermeidung von CO2-Emissionen

Der in Las Palmas auf Gran Canaria ansässige Industriegasproduzent Carburos Metálicos hat in der letzten Novemberwoche ein neues innovatives Projekt vorgestellt, das den CO2-Ausstoß einer benachbarten Fabrik auffängt und mittels Mikro-Organismen zu Biotreibstoff umwandelt.

Auf diese Weise werden die CO2-Emmissionen des Kooperationspartners Vidrieras Canarias um über 90% gesenkt. Es handelt sich dabei um eine Glasfabrik, die jährlich 160 Millionen Behältnisse von der Bierflasche bis zum Senfglas herstellt und 98% aller auf den Kanaren befüllten Gläser liefert. Außerdem exportiert sie in 27 Länder Afrikas und der Karibik und recycelt über 30.000 Tonnen Altglas jährlich.

Carburos Metálicos seinerseits kann durch die Kooperation seine tägliche Produktion an flüssigem CO2 für die Industrie von 20 bis 25 Tonnen auf 30 Tonnen erhöhen, insgesamt 10.000 Tonnen im Jahr, die nun direkt von den Kanaren in afrikanische Länder exportiert werden können und nicht mehr aus der Niederlassung in Huelva auf dem spanischen Festland. Zudem muss sie diese Menge nicht mehr aus Dieselöl gewinnen, was der Firma Einsparungen von 600.000 Euro jährlich ermöglicht, die zur Amortisation der Investition in die innovative Anlage beiträgt. Außerdem hat die Produktionsanlage aufgehört, Schweröl zur Energiegewinnung zu verbrennen und nutzt nun einen Bio-Treibstoff, in den Teile des aus der Glasfabrik stammenden CO2 durch Mikroorganismen umgewandelt werden.

Sechs Millionen Euro hat die Anlage gekostet, die weltweit Vorreiter ist bei der Umsetzung der Idee, die Kohlendioxid-Emissionen benachbarter Industrien als Rohstofflieferanten zu nutzen und so den Schadstoffausstoß in die Umwelt zu reduzieren.

Bei der Eröffnung waren 100 Vertreter zahlreicher Institutionen des Archipels zugegen. Unter ihnen Kanarenpräsident Paulino Rivero, María del Carmen Bento, die Kanarenbeauftragte der Zentralregierung, die Bürgermeisterin von Telde, dem Standort der beiden beteiligten Unternehmen und zahlreiche weitere Politiker und Unternehmer.




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