In U-Haft einsitzender Pädophiler wird zum Hauptverdächtigen


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Neuer Verdacht im ungelösten Fall um das Verschwinden des 7-jährigen Yeremi

Der Name Yeremi wird auf den Kanarischen Inseln mit einem mittlerweile über neuen Jahre andauernden schrecklichen Leidensweg einer Familie in Verbindung gebracht. Ithaisa Suárez hat auch fast ein Jahrzehnt nach dem spurlosen Verschwinden ihres siebenjährigen Sohnes Yeremi die Hoffnung auf Aufklärung nicht aufgegeben. An der Garagentür ihres Wohnhauses prangt ein Plakat mit dem Foto ihres Sohnes: „Wir suchen dich weiter“.

Seit einigen Wochen wissen Ithaisa und Yeremis Vater Juan Francisco Vargas, von dem sie sich trennte, dass es einen neuen Hauptverdächtigen im Fall ihres verschwundenen Sohnes gibt. Jetzt wurde der Verdacht der Ermittler öffentlich bestätigt. Ein 56-jähriger Pädophiler, der damals ganz in der Nähe des Ortes wohnte, an dem Yeremi zuletzt gesehen wurde, und derzeit wegen Kindesmissbrauchs im Gefängnis von Algeciras (Cádiz) in Untersuchungshaft sitzt, wird verhört.

Der Mann hatte ein halbes Jahr nach dem Verschwinden des Jungen damit geprahlt, er sei der letzte, der Yeremi gesehen habe. Eine Vernehmung und Untersuchung seines Autos, ein weißer Renault 5, wie ihn Zeugen an dem Ort gesehen hatten, an dem Yeremi verschwand, führten jedoch ins Leere. Antonio O. sitzt derzeit in U-Haft, weil er 2012 einen neunjährigen Jungen mutmaßlich missbraucht haben soll. Der Fall weist zahlreiche Parallelen zu den Umständen und Vermutungen rund um das Verschwinden von Yeremi auf. Der Neunjährige wurde von Antonio O. mit dem Versprechen, ihm ein Fahrrad zu schenken, in seinen Renault 5 gelockt. Dann fuhr er mit dem Kind an einen abgeschiedenen Ort, wo er es missbrauchte. Nach einer Inhaftierung im Gefängnis von Gran Canaria wurde Antonio O., bekannt als „Juan el Rubio“, wegen Angriffen anderer Sträflinge nach Algeciras verlegt. Die Gerichtsverhandlung ist für den 9. November angesetzt. Die Staatsanwaltschaft fordert im Missbrauchsfall des Neunjährigen 13 Jahre Haft für Antonio O.

Jetzt wird der Mann von den Ermittlern auch zum Fall Yeremi verhört. Parallel dazu wird die Polizei auf Gran Canaria mehrere Gruben in der Nähe des letzten Wohnortes von „Juan el Rubio“ nach Hinweisen auf den Verbleib von Yeremi Vargas absuchen.




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