Falken gegen Tauben

Die Getreidehöhlen in Cenobio de Valerón müssen gründlich gereinigt werden, um ihre Erhaltung zu sichern. Fotos: Cabildo de Gran Canaria

Die Getreidehöhlen in Cenobio de Valerón müssen gründlich gereinigt werden, um ihre Erhaltung zu sichern. Fotos: Cabildo de Gran Canaria

Eine Vogelkolonie schädigt durch Exkremente die Getreidehöhlen der kanarischen Ureinwohner; Raubvögel und Ultraschall sollen das in Zukunft verhindern

Gran Canaria – Eine Taubenkolonie, die an der archäologischen Fundstätte Cenobio de Valerón lebt, soll davon abgehalten werden, die dort befindlichen Getreidespeicherhöhlen zu bevölkern.
Die Vögel sollen durch Falken, das Abspielen von Greifvogelrufen und Ultraschall von den Höhlen der alten Canarios ferngehalten werden. So will man verhindert, dass sich dort weiterhin Exkremente, Federn und verrottende Taubenkadaver ansammeln. Diese zersetzen den vulkanischen Tuffstein, in den die Ureinwohner Gran Canarias – in der Zeit vor der Kolonisierung der Kanarischen Inseln durch die Spanier – Höhlen für die Aufbewahrung von Getreide hinein­geschlagen haben. Außerdem sollen auf diese Weise Gesundheitsrisiken für die Besucher der historischen Stätte vermieden werden.
Die größte Herausforderung ist es dabei, die schädliche Einwirkung von Bakterien und Pilzen, die chemische Veränderungen an der Oberfläche des Gesteins bewirken, effektiv zu beenden. Deswegen besteht der erste Schritt zur Erhaltung der Stätte in der Reinigung und gründlichen Desinfektion der Höhlen. Diese Reinigungsarbeiten kosten die Inselverwaltung 15.000 Euro und werden durch die Firma Arqueocanarias ausgeführt.

Die Getreidehöhlen in Cenobio de Valerón müssen gründlich gereinigt werden, um ihre Erhaltung zu sichern. Fotos: Cabildo de Gran Canaria
Die Getreidehöhlen in Cenobio de Valerón müssen gründlich gereinigt werden, um ihre Erhaltung zu sichern. Fotos: Cabildo de Gran Canaria

Doch mit der Entfernung von Exkrementen und Unrat ist es nicht getan. Vor elf Jahren, im Jahr 2009, wurde schon einmal eine Säuberungsaktion durchgeführt. Die Tauben verschwanden daraufhin zunächst von selbst, weil sie sich durch die Reinigungsarbeiten gestört fühlten. Doch nach kurzer Zeit begannen sie erneut, die höchstgelegenen Felsspalten, Kornspeicherhöhlen und Stollen zu besiedeln. dies führte dazu, dass auch die unteren Teile der Anlage, einschließlich einiger Abschnitte der Treppe und Rampe, die den Zugang zu der archäologischen Fundstätte ermöglichen, ständig mit verkrustetem Taubenkot von stellenweise bis zu dreißig Zentimetern Höhe bedeckt waren.

Die Getreidehöhlen in Cenobio de Valerón müssen gründlich gereinigt werden, um ihre Erhaltung zu sichern. Fotos: Cabildo de Gran Canaria
Die Getreidehöhlen in Cenobio de Valerón müssen gründlich gereinigt werden, um ihre Erhaltung zu sichern. Fotos: Cabildo de Gran Canaria

Um zu verhindern, dass dies erneut geschieht, wird ein Falkner dort künftig im zweiwöchentlichen Rhythmus zwei Falken an jeweils zwei aufeinanderfolgenden Tagen fliegen lassen, damit die Tauben den Eindruck gewinnen, die Raubvögel würden in den Höhlen nisten, und sich fernhalten. Diese Technik wurde auf den Kanaren schon mehrfach erfolgreich eingesetzt, beispielsweise zum Schutz der „Casa de los Coroneles“ auf Fuerteventura.
Der Plan zum Schutz der Getreidehöhlen von Cenobio de Valerón, der sich an der Verordnung zur Kontrolle von Tauben orientiert, beinhaltet zudem die Entfernung von Nestern und den Einsatz von Käfigfallen unter der Leitung des Taubenexperten Jacinto Reina. Darüber hinaus soll ein Gerät installiert werden, das Ultraschalltöne aussendet, die den Tauben unangenehm sind, sowie ein weiteres, welches die Rufe von Greifvögeln abspielt. Diese werden durch Bewegungssensoren aktiviert, um die Tauben zu vertreiben, wenn sie versuchen, in die Getreidehöhlen hineinzugelangen.

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