Ein Hundeleben in Las Palmas


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Hundebesitzer und Tierfreunde fordern Recht auf freie Spaziergänge

Hundebesitzer haben es in Gran Canarias Hauptstadt nicht leicht. Sie müssen sich, wenn sie keinen privaten Garten besitzen, den Kopf darüber zerbrechen, wo sie mit ihrem Vierbeiner Gassi gehen können. Eine Stadtverordnung, die noch aus der Zeit stammt, als José Manuel Soria Bürgermeis­ter war, schreibt ein Spazierverbot für Hunde in Fußgängerzonen, Parks und auf Meerespromenaden vor.

Gegen dieses ihrer Ansicht nach ungerechte Verbot gingen am 17. Januar über hundert Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern auf die Straße. Sie fordern mehr Toleranz und dass die bloße Anwesenheit von Hunden nicht mehr als „Vergehen“ angesehen wird.

Die Demonstranten richteten ihre Kritik direkt an Bürgermeister Jerónimo (Momo) Saavedra, denn die Überarbeitung dieser Stadtverordnung war eines seiner Wahlversprechen gewesen. Bis heute hat er jedoch nichts unternommen, um den Hundebesitzern den Alltag zu erleichtern. Diese verlangen, endlich wieder mit ihren Hunden ohne Angst vor einem Bußgeld (300 Euro) in Stadtgebieten wie Triana, in den Parks oder auf der Promenade von Las Canteras spazieren gehen zu dürfen. Gleichzeitig versichern sie, dass eine Aufhebung des Spazierverbots nicht bedeuten muss, dass Nachlässigkeit von Hundehaltern in Zukunft nicht mehr bestraft wird. „Wir sind dafür, dass die Strafen für diejenigen, die den Hundekot nicht entfernen härter werden“, versicherte eine Demonstrantin. Die Teilnehmer der Demo waren sich einig, dass eine Aufhebung des Verbots einerseits ein verantwortungsvolles Verhalten der Hundebesitzer voraussetzt, andererseits die Stadt aber auch dafür sorgen muss, dass z.B. Hundekot-Behälter zur Entsorgung der Hinterlassenschaft der Tiere in verschiedenen Gebieten aufgestellt werden. In anderen Großstädten Spaniens funktioniere dieses System schließlich auch und lasse ein friedliches Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern zu.

Im Vergleich zu Deutschland gelten hierzulande harte Regeln, was das Mitführen von Hunden angeht. In öffentlichen Transportmitteln, an Stränden, in Restaurants, Hotels, in Kaufhäusern und vielen anderen Orten gilt für Vierbeiner: „Wir müssen draußen bleiben“.




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