85-Jähriger ermordet Ehefrau


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Die vier Töchter des Ehepaares werden gegen ihn aussagen

Francisco C.A., 85 Jahre alt und wohnhaft in Málaga, erschien alleine vor Gericht, vertreten durch eine Pflichtanwältin. Die Richterin ließ ihn wegen wiederholter Misshandlung und Mordes inhaftieren. Eine Kaution wurde nicht festgelegt. Doch wer sollte die auch übernehmen. Die vier Töchter von Francisco C.A., der nach 55 Jahren Ehe seine Frau Elisa (74) umgebracht hat, wollten ihren Vater nicht sehen und werden als Nebenkläger auftreten.

Elisa G.C. war erst Anfang April von Málaga nach Gran Canaria gekommen und wohnte bei einer ihrer Töchter in der Urbanisation Los Alvarados in Santa Brígida. Sie hatte sich zwei Monate zuvor nach 55 Jahren Ehe endgültig dazu entschlossen, ihren Ehemann zu verlassen und die Scheidung einzureichen. Über Jahre hatte Francisco C.A. sie seelisch gequält und misshandelt. Bekannte berichteten, es sei einfach eine „altmodische Ehe“ gewesen, „in der die Frau die Misshandlung durch ihren Mann erduldet, weil er der Vater ihrer Kinder ist“. Doch Elisa beschloss im Alter von 74 Jahren, dass sie genug von den ständigen Qualen hatte.

„Bis dass der Tod uns scheidet“

Während Elisa sich auf Gran Canaria bei ihrer Tochter häuslich einrichtete, starb deren schwer kranker Ehemann. Als Francisco in Málaga vom Tod seines Schwiegersohns erfuhr, setzte er sich umgehend  – ohne Gepäck – ins Flugzeug und kam nach Gran Canaria. Hier konnte Elisa einem Treffen mit ihm nicht länger aus dem Weg gehen. Als Francisco sie am 10. April im Haus seiner Tochter erneut auf ihre Trennungsabsichten ansprach und sie ihm bestätigte, dass ihre Entscheidung feststehe, griff der 85-Jährige kurzerhand zu einem Küchenmesser und versetzte seiner Frau einen einzigen Stich in die Brust. Ein Enkel hörte die Großmutter schreien und kam in die Küche, wo er sie stark blutend vorfand. Sein Großvater schien sehr gefasst. Auch als die Polizei und der Notarzt eintrafen, war Francisco sehr ruhig und gelassen.

Elisa wurde umgehend in das Inselkrankenhaus Doctor Negrín gebracht. Die Wunde schien ersten Untersuchungen zufolge nicht lebensgefährlich zu sein, doch später stellte sich heraus, dass Francisco das Herz getroffen hatte. Elisa starb drei Stunden später im Krankenhaus.

Elisa G.C. ist das erste Todesopfer häuslicher Gewalt auf den Kanarischen Inseln seit Jahresbeginn. Spanienweit ist sie das 21. Opfer dieses Jahres.




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