300.000 € für Renovierung von Dienstwohnung des Kanaren-Chefs


© EFE

Während der Bauarbeiten logierte Rivero im Fünf-Sterne-Hotel

Der kanarische Regierungs­chef Paulino Rivero ist in die Schlagzeilen geraten, weil die Regionalregierung zugegeben hat, über 300.000 Euro in die Renovierung des offiziellen Wohnsitzes des Regierungspräsidenten in Las Palmas de Gran Canaria investiert zu haben.

Die Renovierungsarbeiten begannen noch vor der Wirtschaftskrise im Jahr 2007, als Rivero nach den Regionalwahlen durch einen Regierungspakt zwischen seiner Partei Coalición Canaria (CC) und der Partido Popular (PP) zum Regierungspräsidenten ernannt wurde.

Der offzielle Wohnsitz von Rivero in Las Palmas ist ein Palais in einer der besten Wohngegenden von Gran Canarias Hauptstadt, „Ciudad Jardín“ (Gartenstadt), auch als „englisches Viertel“ bekannt, weil hier im 19. Jahrhundert die Häuser der englischen Verwalter der Reedereien gebaut wurden, die sich in der Hafengegend von Las Palmas niederließen.

Die kanarische Regierung sah sich ge­nötigt, die Kos­ten für die Renovierung der Präsidentenresidenz offenzulegen, nachdem der sozialistische Abgeordnete Sergio Roque der Nachrichtenagentur EFE gegenüber erklärte, die Renovierung werde geheimgehalten, und er werde eine Kos­tenaufstellung verlangen, um Klarheit in diese Angelegenheit zu bringen.

Daraufhin wurde von der kanarischen Regierung schriftlich mitgeteilt, dass in die Renovierung 301.285 Euro (aufgeschlüsselt in 225.691,90 Euro für Renovierung und 75.594,04 Euro für Anlieferungen) investiert wurden.

Während der Dauer der Bauarbeiten – das ganze Jahr 2008 und einige Monate 2009 – nächtigte Paulino Rivero bei seinen Aufenthalten in Las Palmas im nahegelegenen fünf Sterne Hotel Santa Catalina; Gesamtkosten angeblich: 11.458 Euro.

Sergio Roque zeigte sich zunächst zufrieden mit der Antwort der Regierung auf seine Frage nach den Kosten, gab allerdings zu bedenken, dass die Hotelkosten für das Jahr 2008 relativ gering seien. Demnach hätte Rivero im Laufe des gesamten Jahres nur etwa 100 Mal in Las Palmas übernachtet, obwohl in dieser Legislatur der offizielle Regierungssitz in Las Palmas liegt. Weitere Kommentare dazu lehnte er ab und kündigte an, vorerst weitere Daten von der Regierung anzufordern.




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