Zu Fuß ans Ende der Welt


© EFE

Schweizer läuft über 4.000 Kilometer bis El Hierro

Reise ans Ende der Welt – Der Schweizer Rentner Nicolas Bessire hat nach sechs Monaten und zehn Tagen sein Ziel erreicht, die Kanareninsel El Hierro, das frühere „Ende“ der bekannten Welt.

Die kleinste Insel des Archipels galt in der Antike als westliche Grenze der Welt und durch El Hierro verlief der Nullmeridian (daher auch die Bezeichnung „Isla del Meridiano“).

Der junggebliebene Forstwirt aus Neuenstadt im Kanton Bern hatte sich gleich am Tag nach seiner Pensionierung auf den Weg gemacht, zu Fuß zum ehemaligen Nullmeridian. In seinem Blog ist nachzulesen, dass er sich lange vorher darauf vorbereitet hat, denn die wenigen Habseligkeiten, die in seinen Rucksack passten, mussten wohlüberlegt zusammengestellt sein. Die Reise sollte ja über ein halbes Jahr dauern.

„Au bout du monde“ – Ans Ende der Welt – nennt Nicolas Bessire sein Abenteuer, bei dem er über 4.000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt hat. Nur die letzte Etappe, vom spanischen Festland auf die Kanaren, gönnte ihm an Bord der Fähre etwas Ruhe.

Der Nachrichtenagentur EFE erzählte er, die Reise sei ihm wie ein Film über sein Leben vorgekommen, denn er habe zu Fuß viele Orte besucht, an die er im Laufe seines Lebens schon einmal gereist war. Nun konnte er diese Orte auf einer einzigen Route verbinden. Auch die Kanareninsel El Hierro hatte er zuvor schon mehrfach besucht und ist begeistert von ihr.

Von der Schweizer Heimat verabschiedete sich Nicolas Bessire am Tag seines 65. Geburtstages vorläufig, schulterte seinen schweren Rucksack und machte sich auf die Socken. Seine ganz persönliche Pilgerreise zum Auftakt des Rentnerdaseins führte ihn durch Frankreich nach Spanien, wo die Wanderschaft am 4. Dezember 2011 auf dem Festland am südlichsten Zipfel, in Cádiz, endete. Mehrmals hatte er in den letzten Monaten sein wichtigstes Werkzeug, das Schuhwerk, erneuern müssen. Von Cádiz setzte der Wandersmann mit der Fähre auf die Kanaren über, besuchte La Graciosa, Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria und kam schließlich ans Ziel. Auf El Hierro erwartete ihn auch seine Frau.

Für die Zeitschrift „Berner Wald“ schrieb Nicolas Bessire im Dezember: „Nach diesem einmaligen Abenteuer kann ich getrost meinen neuen Lebensabschnitt beginnen. Ohne Verpflichtungen, frei für Neues, ohne Angst vor der großen Leere.“




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