Vulkanologische Aktivität hat sich leicht beruhigt


Weniger Erdstöße und nur noch langsam zunehmende Geländeverformung

Selbst für die Experten ist es manchmal schwer, ein vulkanologisches Phänomen sicher vorhersagen zu können. Bei der vulkanologischen Aktivität auf El Hierro handelt es sich um genau so einen Ausnahmefall.

Nachdem am 24. Juni die Erde – mal spürbar, mal unbemerkt – zu zittern begonnen hatte und innerhalb kürzester Zeit eine erhebliche Geländedeformation verzeichnet wurde, flaute die Aktivität Anfang Juli wieder ab. Die Erde bewegt sich zwar ab und zu, doch sowohl Häufigkeit als auch Stärke der Erdstöße, deren Epizentren sich größtenteils im Meer vor dem Leuchtturm von Orchilla befinden, haben abgenommen. Dementsprechend hat sich auch die Geländedeformation erheblich verlangsamt.

Kurz vor der Beruhigung der vulkanologischen Aktivität erklärte María José Blanco, Direktorin des Natinalen Geographischen Instituts (IGN) auf den Kanaren, dass zwar einer der unterseeischen Magmaaustritte auf 88 m unterhalb der Meeresfläche angewachsen sei, das aktuelle Druckzentrum jedoch im Meer vor Orchilla läge. In einer Tiefe von 20 km sammele sich dort das Magma, stoße jedoch auf großen Widerstand beim Aufstieg. Der erhebliche Druck sorge für die Erdstöße. Trotz allem sei eine Eruption auf keinen Fall sicher.

Eine Falschmeldung sorgte kurz danach für Aufruhr bei den Medien. Bei einem Hubschrauberflug sollten ein weißer Fleck und Blasen auf dem Meer de las Calmas entdeckt worden sein. Dann stellte sich heraus, es habe sich nur um Dünung gehandelt.

Am nächsten Tag meldete sich ein entrüsteter Inselpräsident Alpido Armas zu Wort und verbat sich, in Zukunft derartige Meldungen ohne wissenschaftliche Überprüfung und Absprache mit der Inselregierung zu verbreiten. Die falsche Information habe sofort für Stornierungen bei den Hoteliers und somit für enormen Schaden gesorgt.

Danach nahmen die Erdstöße in Häufigkeit und Stärke ab und auch der Anstieg der Geländedeformation wurde erheblich langsamer.




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