Schiff mit 166 Flüchtlingen legt auf El Hierro an


© EFE

Der Großteil der illegalen Immigranten stammt aus asiatischen Ländern

Kurz vor Mitternacht legte am 11. Januar ein ziemlich altersschwacher Kahn im kleinen Hafen von La Restinga auf El Hierro an. Von Bord gingen über hundert Menschen, die unverzüglich und noch im Hafenbereich als illegale Immigranten identifiziert und festgenommen wurden.

Einigen gelang zunächst die Flucht, weil sie noch bevor das Schiff angelegt hatte von Bord sprangen. Doch auch sie wurden wenig später von der Polizei gestellt, konnten sich nicht ausweisen und wurden ebenfalls verhaftet.

Insgesamt meldete die Polizei 166 Festnahmen. Der Großteil der Flüchtlinge kommt aus Asien, bestätigte der Regierungsdelegierte José Segura, vermutlich von Sri Lanka. Neun Afrikaner wurden als mutmaßliche Besatzungsmitglieder der „Toubi Star“ festgenommen. Das 30 m-Schiff lief unter spanischer Flagge, was allerdings nur ein Täuschungsmanöver war, denn Segura bestätigte, dass dieses Schiff in Spanien nicht registriert ist.

„Lächerliches Überwachungssystem“

Heftige Kritik kam vonseiten des Cabildobeauftragten für Notfälle der kleinen Kanareninsel. Dass ein Schiff den Hafen erreichen kann, ohne auch nur von einer der hochmodernen Radar- und Überwachungsanlagen aufgespürt worden zu sein bezeichnete er als „lächerlich“.

„Irgendwas läuft doch schief bei dem Überwachungssystem, wenn ein Schiff in unseren Hafen einläuft und die Immigranten selbst es festmachen und von Bord gehen, ohne dass Alarm geschlagen wird“, schimpfte Javier Armas. Cabildo-Präsident Tomás Padrón wiegelte ab: man hätte den Kahn auch nicht als Immigrantenschiff identifiziert, wenn er auf den Radarschirmen aufgetaucht oder von einem anderen Schiff aus gesichtet worden wäre. Da er unter spanischer Flagge fuhr, wäre angenommen worden, dass es sich um ein reguläres Fischfangschiff handelte.

Weiteres Immigrantenschiff

Unmittelbar nach der Ankunft der „Toubi Star“ meldeten Grenzschützer ein weiteres Immigrantenschiff, das zwischen der westafrikanischen und der kanarischen Küste unterwegs ist und möglicherweise mehrere hundert Flüchtlinge an Bord hat. Der Kahn wurde schon vor Wochen im Hafen von Guinea überwacht, hieß es. Anschließend verschwand er spurlos. Es wird vermutet, dass die Flüchtlinge auf hoher See auf ein anderes Schiff umgestiegen sind, das vor der marokkanischen Küste gesichtet wurde und seither überwacht wird.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.