Mero „Pancho“ ist tot


© Juanmi Alemany / www.mundosmarinos.com

Der Fisch war ein Wahrzeichen der Insel

Nur einen Tag nach Bekanntwerden des Todes von Paul, dem Orakel-Kraken, kam auf den Kanaren die traurige Nachricht, dass den Mero (Zackenbarsch) Pancho dasselbe Schicksal ereilt hat.

Pancho war in seiner Heimat El Hierro zwar nicht als Orakel bekannt aber dennoch ein großer Star. Jahrelang – man schätzte das Alter des Fisches auf 40 Jahre – konnte das Prachtexemplar von Tauchern im Revier des Mar de las Calmas bewundert werden. Mit der Zeit verlor der Fisch alle Scheu und ließ sich von Hand füttern und von den Unterwasserfotografen ablichten. So wurde er Motiv un­zähliger Unterwasseraufnahmen und schließlich zu einem Wahrzeichen der kleinsten Kanareninsel.

Pancho lebte in einer Unterwasserhöhle im Gebiet von El Desierto und wurde auch außerhalb der Inselgrenzen dadurch bekannt, dass Aufnahmen von ihm von einem spanischen TV-Sender als Pausenfüller ausgestrahlt wurden. Sein Tod bzw. Verschwinden löste im Fischerort La Restinga allgemeine Bestürzung aus, und die Restaurants im Ort nahmen den Zackenbarsch umgehend von der Karte, damit niemand auf den Gedanken kommen konnte, sie servierten Pancho.

Die Möglichkeit, dass der eindrucksvolle Fisch das Revier gewechselt hat, wurde ausgeschlossen, da diese Fische ein äußerst territoriales Verhalten aufweisen. Der Tauchlehrer Francisco Montero, der täglich im Mar de las Calmas unterwegs ist, hat Pancho seit fünf Monaten nicht mehr gesehen, was ihn zu der Annahme veranlasste, dass Pancho gestorben oder einem Wilderer zum Opfer gefallen ist. Seine Höhle wird jedenfalls bereits von einem neuen Mero frequentiert.




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