Flucht nach vorn auf El Hierro


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Vulkan soll zur Touristenattraktion werden

Seit vier Monaten dreht sich auf El Hierro alles um den unterseeischen Vulkan im Mar de las Calmas, der sich verheerend auf die Inselwirtschaft auswirkt. Am 10. Februar bestätigte die Zentralregierung in Madrid nun endlich, mit 5,5 Millionen Euro zur Wiederankurbelung von El Hierros Wirtschaft beizutragen.

Am selben Tag traf sich Jorge Marichal, Präsident des Hotelverbandes Ashotel, mit Verónica Montero, Leiterin von El Hierros Tourismusamt, und Unternehmern der Insel. Man beschloss, einen Plan zur Förderung des Tourismus zu entwickeln. Der Vulkanausbruch soll sein negatives Image verlieren und als Touristenattraktion genutzt werden. Vorgesehen sei die Ausarbeitung einer speziellen Kampagne, um den Urlaubern nahezubringen, dass die Beobachtung eines aktiven unterseeischen Vulkans ein einzigartiges Erlebnis sei, so Marichal. Andere Gebiete mit vulkanologischer Aktivität wie Hawaii hätten dies schon erfolgreich zu nutzen gewusst. Es sollte daran gearbeitet werden, den Touristen einen Urlaub rund um das Thema anbieten zu können. Außerdem wolle man versuchen, El Hierro in das Europäische Geopark-Netzwerk (EGN) aufnehmen zu lassen.

Derweil schien sich die vulkanologische Tätigkeit stabilisiert zu haben, woraufhin die Katastropheneinsatztruppe des Militärs (UME) nun komplett abgezogen wurde. Die Verantwortlichen versicherten jedoch, falls nötig könnten 160 Mitglieder dieser Spezialeinheit innerhalb von nur zwei Stunden wieder vor Ort sein, bis zu 3.000 nach nur sechs Stunden.

Am 14. Februar gab María José Blanco vom Nationalen Geographischen Institut (IGN) die Ergebnisse der letzten Messung bekannt. Demnach hätten die Wissenschaftler einen zweiten Vulkankegel entdeckt. Der erste Vulkan erhebt sich in einer Tiefe von 350 Metern unter dem Meeresspiegel, hat am Fuß einen Durchmesser von 400 Meter erreicht und ist 120 Meter hoch. Der nahe zweite Vulkankegel misst 75 Meter. Laut Blanco habe die ausgestoßene Magmamenge deutlich zugenommen, sodass von einer Reaktivierung der vulkanischen Tätigkeit ausgegangen werden könne. Tatsächlich wurden dann am 16. Februar auch wieder mehr Erdstöße gemessen (23), darunter zwei spürbare.

Nachdem das Forschungsschiff „Ramón Margalef“ des ozeanographischen Instituts mittlerweile abgezogen wurde, verfolgen die Wissenschaftler der Universität Las Palmas de Gran Canaria nun von der „Atlantic Explorer“ aus die weitere Entwicklung des Vulkans.




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