Erneuter Aufstand der Herreños


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Probleme im Transportwesen gefährden die Erholung des Tourismus

Nachdem Ende Mai El Hierros Politiker in Piratenmanier eine Fähre besetzten, um auf die nicht ausreichenden Verbindungen aufmerksam zu machen (das Wochenblatt berichtete), kam es nun erneut zum Aufstand, dieses Mal waren es die touristischen Unternehmer.

Es war ihnen der sprichwörtliche Kragen geplatzt, da weder die Regionalregierung ihre Zusagen erfüllt hat noch auf die Fährunternehmen Verlass zu sein scheint – mit erheblichen Folgen für den Tourismussektor El Hierros.

Bereits im September richtete sich Ashotel, der Hotelverband der Provinz Santa Cruz de Tenerife, an alle Beteiligten und bemängelte die bestehenden Probleme im Transportwesen, die neben den Geschäften auch besonders die Hoteliers treffen würden. Ashotel kritisierte die hohen Preise, die plötzlichen Fahrzeitänderungen – die dann noch nicht einmal mitgeteilt würden –, die ausbleibende Aktualisierung der Webseiten der Transportunternehmen und die Ausfälle.

Den touristischen Unternehmern wurde es dann am 11. Oktober zu bunt. Ein Treffen mit Vertretern der Inselregierung über mögliche Werbe-strategien uferte aus, als die Unternehmer die Sinnlosigkeit derartiger Maßnahmen zur Förderung des Tourismus aufzeigten. Wozu Werbung, wenn die An- und Abreise zu teuer sei, es zu wenig Verbindungen gäbe und diese nicht verlässlich seien, fragten die Unternehmer. Man erinnerte an die Versprechen der kanarischen Regierung, die nach dem Politikeraufstand Ende Mai versprochen hatte, die Residentenrabatte bei Reisen nach El Hierro auf 75% zu erhöhen, ab Oktober Fähr- bzw. Flugverbindungen Freitagnachmittag und Sonntagnachmittag einrichten zu lassen (um Wochenendtripps der Canarios zu fördern) und 150.000 Euro für Werbekampagnen bereitzustellen (um das Image der vom Vulkanausbruch geprägten Insel aufzupolieren). Doch laut den Unternehmern habe die Regionalregierung bisher nicht eines der vor Monaten gegebenen Versprechen umgesetzt. Sie verschanzten sich im Cabildo und erklärten, erst nach einem Gespräch mit Paulino Rivero nach Hause zu gehen. Da jedoch mit dem Regionalpräsidenten keine Verbindung aufgenommen werden konnte, gaben die Unternehmer um 2 Uhr morgens schließlich enttäuscht auf. Allerdings stellten sie Rivero ein Ultimatum und forderten diesen zu einem Treffen innerhalb von einer Woche auf, um nicht noch drastischere Maßnahmen ergreifen zu müssen. Außerdem erweiterten sie ihre Forderungen und verlangten neben der Erfüllung der geleisteten Zusagen auch eine Preissenkung für Urlauber und mindestens für ein Jahr geltende, feste Fahr- und Flugpläne.

Die Regionalregierung antwortete am folgenden Tag per öffentlicher Mitteilung, sich weiterhin für El Hierro und für die Deklarierung des Fährdienstes als öffentlichen Service einzusetzen.




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