Ein ganz normales Phänomen


© Moisés Pérez

Wieder leichte Erdstöße auf El Hierro

Zum Jahreswechsel wurden auf El Hierro wieder leichte Erdstöße gemessen. Kurz darauf nahm der Vulkanexperte Nemesio Pérez Stellung zum Ursprung des vollkommen natürlichen und in keiner Weise beunruhigenden Phänomens.

Zwischen dem 31. Dezember und dem 2. Januar erfassten die hochsensiblen Geräte des Nationalen Geographischen Institutes (IGN) über hundert leichte Erdstöße. Deren Epizentren befanden sich fast alle nördlich von La Frontera und westlich von Valverde, zwischen 15 und 20 km unterhalb der Meeresoberfläche. Die Erdbewegungen waren so gering, dass sie von der Inselbevölkerung nicht wahrgenommen wurden.

Nemesio Pérez, Vulkanologe und Wissenschaftler vom Institut für Technologie und Erneuerbare Energien (ITER), führte das Ereignis auf eine schon vor Jahren in Gang gesetzte Reaktivierung eines Magmaflusses zurück. Pérez datierte den Beginn der sogenannten vulkanologischen Krise, die El Hierro von Herbst 2011 bis Anfang 2012 monatelang in Atem hielt (das Wochenblatt berichtete), auf weitaus früher zurück, denn die Experten hätten bereits seit geraumer Zeit eine gewisse Geländeverformung und einen Anstieg der ausweichenden Gase registriert. Schlussendlich habe die Aktivität des Magma seitdem mehrere seismische „Krisen“ und einen unterseeischen Vulkanausbruch ausgelöst, so der Vulkanologe.

Da weder die Geländeverformung noch der Heliumausstoß auf das ursprüngliche Niveau zurückgegangen seien, könne man davon ausgehen, dass sich der Magmastrom auch weiterhin in Bewegung befinde und ab und zu Erdstöße verursache. Diese würden jedoch keinen Grund zur Beunruhigung geben, schloss Pérez beschwichtigend.




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