Dimmen für die Zugvögel


© Cab. Fuerteventura

Schutzkampagne der Pardela Cenicienta auf El Hierro

Nachdem auf Teneriffa seit Mitte Oktober wieder die alljährliche Schutzkampagne der Pardela Cenicienta läuft (das Wochenblatt berichtete), hat auch das Umweltamt der Insel El Hierro die Schutz- und Rettungsaktion der Gelbschnabel-Sturmtaucher, einer auf den Inseln geschützten Zugvogelart, gestartet.

Schätzungen zufolge nisten auf der westlichsten Insel  des Archipels jedes Jahr an die 4.000 Pardelas Cenicientas.

Zum Schutz der Jungvögel, die bei ihren ersten Flugversuchen bei Nacht oft durch die helle Beleuchtung der Küstenorte die Orientierung verlieren, hat das Umweltamt Bevölkerung und Gemeinden aufgerufen, während der Schutzzeit der Pardela die Beleuchtung wenn möglich zu drosseln.

Mit dem Vollmond am 19. Oktober haben die Jungvögel begonnen, die Nester zu verlassen, und unternehmen ihre erste große Reise aufs Meer hinaus, ihre künftige Heimat. Im vergangenen Jahr konnten durch die Überwachungskampagne des Umweltamtes von El Hierro 54 teils verletzte Jungtiere geborgen, beringt und später wieder freigelassen werden. Die kritische Zeit beginnt mit dem Vollmond und spitzt sich mit abnehmendem Mond zu, da die Jungvögel in der Dunkelheit vom hellen Kunstlicht geblendet werden.

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher brütet in Kolonien an den Klippen in Küstengebieten. Der Bestand zur Nistzeit wird auf dem kanarischen Archipel auf 30.000 Paare geschätzt.

Blackout auf Fuerteventura

Auch auf Fuerteventura startete im Oktober die alljährliche Schutzkampagne für die Sturmtaucher. Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, umgehend bei der Ortspolizei, der Guardia Civil oder beim Cabildo bzw. beim Umweltamt anzurufen, wenn man einen verunglückten Vogel findet. Die Vögel sollten möglichst nicht angefasst und auch nicht gefüttert werden. Die meisten Sturmtaucher bleiben nach einem Unfall reglos am Boden sitzen. Falls sie befördert werden müssen, sollte man sie behutsam in einen mit Löchern versehenen Karton setzen.

Um die Aufmerksamkeit auf die Schutzkampagne zu lenken, wurde am 4. November eine Freilassung gesundgepflegter Sturmtaucher organisiert, und in der Nacht vom 7. auf den 8. November wird in den Urlaubsorten, deren Hotels sich an der Initiative beteiligen, zeitweise das Licht ausgeschaltet, um ein Zeichen für den Schutz dieser gefährdeten Vogelart zu setzen.

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea), auf Spanisch als Pardela Cenicienta bekannt, ist eine auf den Inseln seit Jahren geschützte Zugvogelart. Besonders häufig kommt dieser zur Gruppe der Röhrennasen gehörende Vogel auf Fuerteventura, Lanzarote und dem Chinijo-Archipel vor.

Sie brüten einmal pro Jahr – im Frühsommer – und jedes Paar behütet und bebrütet sein einziges Ei etwa 55 Tage lang. Das Ei wird in eine Nisthöhle an den Klippen oder direkt auf die Felsen gelegt. Wenn das Junge im Sommer schlüpft, wird es eine lange Zeit von den Eltern versorgt, bis es im September flügge ist. Im Oktober verlassen die Jungvögel dann die Nistplätze.

Aufgrund seiner Gefährdung steht der Gelbschnabel-Sturmtaucher auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion.




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