Atemberaubend schön


© Günter Baumgartel

Ein Jahr nach dem Vulkanausbruch ist El Hierros Unterwasserwelt lebendiger denn je

Ein Jahr nach dem Vulkanausbruch vor der Küste El Hierros, der die Inselwirtschaft erschütterte und den Tourismus zeitweilig zum Erliegen brachte, erblüht die Insel wieder mit all ihren Reizen.

An der Südspitze, in La Restinga, finden Taucher ihr Paradies. El Hierro ist in Fachkreisen schon lange als Geheimtipp bekannt. „La Restinga ist der perfekte Ort, um zu tauchen. Das kristallklare Wasser, die Temperaturen, die Unterwasserwelt und der ruhige Ort sind eine Garantie dafür“, weiß Günter Baumgartel, der seit 1997 den Tauchclub „Fan Diving Hierro“  in La Restinga betreibt.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur EFE versicherte er, dass sich die Unterwasserwelt im Meeresreservat Mar de las Calmas nach dem Vulkanausbruch eindeutig erholt hat und es so scheint, als habe die Stabilisierung der eruptiven Phase eine wahre „Lebensexplosion“ ausgelöst. „Nie zuvor habe ich so viel Leben im Mar de las Calmas gesehen wie jetzt“, schwärmte Baumgartel und fügte hinzu, dass diejenigen, die jetzt Tauchgänge unternehmen, meist sprachlos über die Schönheit dieses Gebietes sind.

So schwierig es auch war, dem Einfluss der negativen Meldungen über die Auswirkungen des Vulkanausbruchs entgegenzuwirken, die immer wieder Bedrohung vermittelten, so umwerfend ist nun die Kehrseite der Medaille der seismischen Krise. Wie das Ergebnis der jüngsten Studie der Universität La Laguna über Biodiverisät, Meeresökologie und -schutz auf El Hierro bestätigte, hat sich die Meeresfauna erstaunlich erholt. Verschiedene Gebiete wurden von dem Forschungsteam unter die Lupe genommen, und dabei konnte festgestellt werden, dass sich die Bestände infolge der Beruhigung des Vulkans und des Fischereistopps über den Sommer erholt haben. Auffallend waren dabei die Schwärme von Papageifischen (hier Viejas genannt) in verschiedensten Größen. Empfindlichere Arten wie der Braune Zackenbarsch (Mero), der Rote Schweinslippenfisch (Pejeperro) oder der Igelfisch (Tamboril espinoso) wurden zwar in den vom Vulkanausbruch betroffenen Gebieten bislang weniger und wenn, dann in geringerer Größe gesichtet, kommen aber in benachbarten Gebieten weiter vor.

Ein weiterer lebendiger Beweis für die Qualität des Habitats ist der imposante Walhai, den eine Gruppe von Tauchern erst neulich wieder bewundern konnte. Der etwa acht Meter lange und geschätzte zehn Tonnen schwere Vertreter dieser größten Fischart der Welt, treibt sich also weiterhin friedlich im Mar de las Calmas herum, wo er schon im April dieses Jahres gesichtet worden war. Günter Baumgartel gelangen bei dieser Gelegenheit einige wunderbare Aufnahmen dieses sanften Meeresriesen, der sich von Plankton und anderen Kleinstlebewesen ernährt.

Infos und Kontakt zu „Fan Diving Hierro“ über:

www.el-hierro-tauchen.de

fandiving@el-hierro-tauchen.de




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