Teure Flugtickets für alle

Ryanair-CEO Eddie Wilson sieht das Low-Cost-Modell seiner Fluggesellschaft nicht gefährdet. Foto: EFe

Ryanair-CEO Eddie Wilson sieht das Low-Cost-Modell seiner Fluggesellschaft nicht gefährdet. Foto: EFe

Preise steigen um bis zu 50%

Madrid – Das Ende der Mobilitätsbeschränkungen wegen Corona in diesem Sommer hat zu einer ungewöhnlich hohen Nachfrage geführt. Die Fluggesellschaften, darunter auch Low-Cost-Anbieter, nutzten die gestiegene Nachfrage, um die Flugpreise kräftig zu erhöhen. Gemäß einer Studie von Wise, einem auf Online-Zahlungen spezialisierten Technologieunternehmen, sind die durchschnittlichen Ticketpreise der europäischen Fluggesellschaften um 30% gestiegen, bei den Billigfliegern sogar um bis zu 50%. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Dazu zählen das Ende der Pandemie und die dadurch bedingte Erhöhung der Nachfrage. Die Treibstoffkosten und die Probleme, die durch den Personalmangel auf den Flughäfen, und vor allem bei den Airlines, entstanden sind, haben sich ebenfalls auf die Preise ausgewirkt.

Die Fluggesellschaften, die ihre Preise am stärksten erhöht haben, sind Scandinavian Airlines mit einem Anstieg von 81,5%, gefolgt von Air France (63,5%), Iberia (57,8%) und Air Europa (54,7%). Die Gesellschaften Air Lingus (5,6%), Iberia Express (19,4%) und KLM (21,5%) haben ihre Preise am wenigsten erhöht. Auch Billigfluggesellschaften haben ihre Preise gesteigert. So erhöhte Ryanair die Preise um 50,1%, während die IAG-Gruppe, zu der auch Iberia gehört, ihre Preise um 43,6% anhob. Von dieser Gruppe haben Iberia Express (19,4%) und easyJet (28,5%) ihre Tarife am wenigsten angepasst. Nach Angaben des nationalen Statistikamts (INE) haben die in Spanien tätigen Fluggesellschaften die Preise für Auslandsflüge, also von Spanien ins Ausland, im Juli dieses Jahres um 21,6% gegenüber dem Vorjahr erhöht. Das ist der höchste Anstieg seit 2018.

Zu der aktuellen Preispolitik ist zu bemerken, dass die Ticketpreise seit Beginn der Pandemie stetig gesunken waren. Die Erhöhungen begannen erst im Dezember 2021. Nach diesem enormen Anstieg stellt sich nun die Frage, ob es sich um ein Phänomen, bedingt durch das Ende der Pandemie, handelt oder um das Ende der Billigflüge mit einer Rückkehr zu einer Zeit, in der Flugreisen nur Führungskräften und wohlhabenden Personen vorbehalten waren. In den vergangenen 20 Jahren hat Ryanair immer wieder Tickets zu Sondertarifen angeboten. Nach Ansicht des Top-Managements von Ryanair werden diese Preise erst in einigen Jahren wieder möglich sein. Bei Ryanair ist man jedoch nicht beunruhigt. „Höhere Treibstoffpreise bedeuten zwar das Ende der Billigflugtickets, aber nicht das Ende des Low-Cost-Modells“, so ein Sprecher der Airline.

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