Energiesparmaßnahmen akzeptiert

Alberto Nuñez Feijóo, Chef der konservativen PP, übte im Senat heftige Kritik am Energie-Sparplan der Regierung. Foto: EFE

Alberto Nuñez Feijóo, Chef der konservativen PP, übte im Senat heftige Kritik am Energie-Sparplan der Regierung. Foto: EFE

Wähler aller Parteien zeigen Zustimmung

Madrid – Um die Energieabhängigkeit Spaniens zu reduzieren, hat die Koalitionsregierung (PSOE und linksgerichtete Unidas Podemos) einen Sparplan ausgearbeitet. Am 11. August trat der Energie-Sparplan trotz starker Kritik der Opposition in Kraft. Die Maßnahmen betreffen öffentliche Gebäude, davon ausgenommen sind Privathaushalte und Industrie. Seit dem 11. August darf die Temperatur in öffentlichen Einrichtungen, Regierungsgebäuden, Kaufhäusern, Kinos, Hotels, Büros, Friseursalons und Geschäften nur auf 27 Grad heruntergekühlt werden. Die Türen müssen sich automatisch öffnen und schließen können. Im Winter dürfen die Innenräume in den betroffenen Gebäuden nur bis auf höchstens 19 Grad erwärmt werden. Außerdem muss die Beleuchtung von Schaufenstern und öffentlichen Gebäuden ab 22.00 Uhr abgeschaltet sein. Das Meinungsforschungsinstitut 40dB hat im September eine erste Umfrage durchgeführt, um das Energiesparprogramm der Regierung auszuwerten. Es wurde eine breite Akzeptanz für die Maßnahmen festgestellt.

Der Energiesparplan der Regierung stößt trotz des politischen Streits, den er ausgelöst hat, mehrheitlich auf Zustimmung. Die Sparmaßnahmen werden von den Wählern aller Parteien unterstützt. Einige sind sehr beliebt bei den Wählern der Opposition (konservative PP und ultrarechte Vox). So empfinden 72,3% der Befragten das automatische Schließen der Türen von Räumen, die klimatisiert oder beheizt werden, als positiv oder sehr positiv. 66,6% sind dafür, die Beleuchtung der Schaufenster von Geschäften, die bereits geschlossen sind, um 22.00 Uhr abends abzuschalten. 59,7% der Befragten halten es für positiv oder sehr positiv, die Temperatur der Klimaanlagen und Heizungen in Geschäften, Kinos, am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln einzuschränken. Alle Maßnahmen werden bei den Wählern von PSOE und Unidas Podemos positiv bewertet.

Ob die Maßnahmen tatsächlich etwas bewirken werden, ist den Befragten jedoch unklar. Nur 42,6% glauben, dass sie die Energiesicherheit Spaniens verbessern werden. Die Energieabhängigkeit bereitet 90,6% der Spanier Sorgen. Sie sind etwas oder sogar sehr besorgt über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, und es stellt das sechstwichtigste Problem für sie dar. Die Inflation und die damit erhöhten Lebenshaltungskosten bereiten den Befragten bedeutend mehr Sorgen. Die Arbeitslosigkeit ist in der Regel die wichtigste Sorge der Bürger. Die Arbeitslosigkeit steht aktuell an dritter Stelle, wenn es um die Sorgen der Spanier geht, und wird von den Problemen verdrängt, mit den Einkünften über die Runden zu kommen, verursacht durch die steigenden Preise und die Unsicherheit in der Energiefrage.

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