Der Strompreis bricht alle Rekorde

Der Strompreisanstieg soll für die Verbraucher durch verschiedene Maßnahmen der ­Regierung abgefedert werden. Foto:efe

Der Strompreisanstieg soll für die Verbraucher durch verschiedene Maßnahmen der ­Regierung abgefedert werden. Foto:efe

Mitte September wurde ein Tagesdurchschnitt von 172,78 Euro erreicht

Madrid – Der Strompreis erreichte Mitte des Monats ein neues Rekordhoch. Am 15. September 2021 kletterte der Preis für die Megawattstunde, den Daten der spanischen Strombörse OMIE zufolge, auf einen Tagesdurchschnitt von 172,78 Euro. Der höchste Preis des ­Tages, ein nie dagewesener Höchststand von 180,30 Euro pro Megawattstunde, wurde zwischen 21.00 und 22.00 Uhr erreicht. Der Tagestiefststand um Mitternacht lag bei 159,42 Euro. Ein Preis, der wenige Tage zuvor noch als bis dato unerreichtes Maximum gegolten hätte.

Nur anderthalb Wochen zuvor, am 6. September, lag der mittlere Strompreis noch mit 132,65 Euro um gut vierzig Euro niedriger. Und verglichen mit dem Strompreis von Mitte September des Vorjahres, der 40,39 Euro pro Megawattstunde betrug, haben sich die Stromkosten mehr als vervierfacht.

Schon in den vorangegangenen Wochen war seit Juni ­nahezu täglich eine Höchstmarke nach der anderen gefallen. Im August wurde erstmals in der Geschichte ein Megawattstundenpreis von 100 Euro überschritten. Die beispiellose Teuerung kommt vor allem durch gestiegene Gaspreise auf den internationalen Märkten, sowie durch erhöhte Kosten für CO₂-Emissionsrechte zustande. Zudem war der Sommer von wenig Wind und einer verstärkten Stromnachfrage wegen der Hitzewelle geprägt, sodass die Gaskraftwerke häufiger zugeschaltet werden mussten, um die verminderte Produktion aus der Windkraft und den Mehrbedarf der Klimaanlagen auszugleichen.

In der Stromrechnung der 10,5 Millionen Konsumenten, für die der staatlich reglementierte Tarif PVCP maßgeblich ist, betreffen die oben genannten Schwankungen der Tagespreise an der Strombörse nur ein Viertel der Gesamtrechnung. Weitere 17 Millionen Verbraucher, die ihren Strom über den freien Markt beziehen, sind nicht direkt davon betroffen, doch wird sich die Verteuerung längerfristig auch in diesem Segment niederschlagen.

Angesichts dieser Lage arbeitet die Regierung an einem Paket von Sofortmaßnahmen, um die Belastungen für die Bürger zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass die Stromkosten auf ein Niveau gedrückt werden, das dem des Jahres 2018 entspricht. Geplant ist eine vorübergehende Reduzierung der Steuern sowie eine Verminderung u.a. jener Rechnungsposten, welche der Förderung erneuerbarer Energien und der Finanzierung von Tarifdefiziten dienen.

Schon beschlossen ist eine Senkung der Mehrwertsteuer bis zum Ende des Jahres von 21% auf 10% und die Aussetzung der Steuer auf die Stromerzeugung von 7% für Haushalte, welche Stromverträge unter 10 Kilowatt abgeschlossen haben. Dies gilt, sofern der Strompreis über 45 Euro pro Megawattstunde liegt.

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