Sonnenbeobachtung wie nie zuvor


Manuel Collados, Leiter der Abteilung Sonnenphysik im IAC, erklärte bei der Präsentation: „Das EST stellt die Zukunft der Sonnenphysik in Europa dar“. Foto: EFE

Im Museo Elder kann das Modell des Europäischen Sonnenteleskops EST besichtigt werden

Gran Canaria – Ein Modell im Maßstab 1:50 von Europas größtem Sonnenteleskop, das nach der Vorausplanung des maßgeblich an dem Projekt beteiligten Astrophysikalischen Instituts der Kanaren (IAC) im Jahr 2026 den Betrieb aufnehmen könnte, ist jetzt im Museo Elder in Las Palmas de Gran Canaria zu sehen.

Das Modell wurde von der Abteilung für Digitale Fabrikation (FABLAB) der Universität La Laguna auf Teneriffa angefertigt und gibt einen Eindruck von den Ausmaßen des imposanten Instruments, das neue Maßstäbe in der Erforschung der Sonne setzen wird. Bis Ende September können Besucher des Wissenschafts- und Technologiemuseums Elder das Modell besichtigen.

Das Europäische Sonnenteleskop EST (European Solar Telescope) ist ein Projekt des EAST (European Association for Solar Telescopes), ein Konsortium, das mit über 20 Partnern aus 15 Ländern die europäische Sonnenphysik reprä­-

sentiert. Das rund 200 Millionen Euro teure EST-Projekt ist das derzeit größte Vorhaben des EAST und soll alle bisherigen Sonnenteleskope buchstäblich in den Schatten stellen. Wie Manuel Collados von der Abteilung Sonnenphysik des IAC bei der Präsentation des Modells im Museo Elder erklärte, werden nach der Inbetriebnahme des 50 Meter hohen Teleskops der Vier-Meter-Klasse alle bisherigen Instrumente dieser Art überholt. Das revolutionäre Instrument soll aufschlussreiche Informationen über die magnetische Aktivität der Sonne liefern und den Wissenschaftlern zur Erforschung von Sonneneruptionen und Sonnenflecken dienen.

„Das EST stellt die Zukunft der Sonnenphysik in Europa dar“, versichert Manuel Collados. Für die Realisierung arbeiten viele europäische Forschungseinrichtungen zusammen. Derzeit befindet sich das Projekt in der sogenannten Pre-EST-Phase, die einen Zeitraum von vier Jahren umfasst, in dem ein Verwaltungsschema für den Bau und Betrieb ausgearbeitet wird und die rechtlichen und finanziellen Weichen gestellt werden. In dieser Zeit muss auch die Entscheidung über den Standort des Teleskops fallen. Dieser könnte entweder die Teide-Sternwarte auf Teneriffa oder der Roque de los Muchachos auf La Palma sein. Fest steht bislang nur, dass das EST auf den Kanarischen Inseln gebaut wird, die hervorragende Beobachtungsbedingungen bieten.

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