Schärfere Bilder aus dem All


Die neue Technik wurde in der Unterwasserfotografie entwickelt. Foto: IAC Iuma EFE

Mit einer Technik, die für Unterwasseraufnahmen entwickelt wurde, kann die Effizienz der Observatorien des IAC verbessert werden

Kanarische Inseln – Dem Kanarischen Astrophysikalischen Institut IAC ist es gelungen, die Schärfe und Auflösung der Bilder, welche seine Observatorien einfangen, zu verbessern und zwar bis zu einem Grad, der an die Qualität des Weltraumteleskops Hubble heranreicht. Die Technologie, welche dies ermöglicht, wurde ursprünglich für den Einsatz unter Wasser entwickelt.

Das Astrophysikalische Institut arbeitet zu diesem Zweck mit einem weiteren großen öffentlichen Wissenschaftskonsortium, der Plataforma Oceánica de Canarias (Plocan), das wissenschaftliche Projekte in den Gewässern der Kanaren unterstützt, sowie dem Institut für angewandte Mikroelektronik der Universität Las Palmas de Gran Canaria (IUMA) zusammen.

Bilder, die von einem Teleskop von der Erde aus gemacht werden, sind auch bei klarem Himmel Beeinträchtigungen durch Turbulenzen in der Atmosphäre ausgesetzt. Um diesen Effekt zu korrigieren, arbeitet das IAC schon seit Langem mit einer Technik, die „Lucky imaging“ genannt wird. Sie beruht darauf, in hoher Geschwindigkeit Tausende von Fotos zu machen und diese dann untereinander abzugleichen, sodass die Auswirkungen der Turbulenzen korrigiert werden können.

Das Filmen unter Wasser hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen, denn auch im Wasser entstehen Turbulenzen, welche die Schärfe der Bilder beeinträchtigen.

Ein Algorithmus, der von den Wissenschaftlern Gustavo Marrero (IUMA) und Eduardo Quevedo (Plocan) perfektioniert wurde, um Unterwasser-Filmaufnahmen zu verbessern, hat sich nun auch als geeignet erwiesen, die Qualität der Bilder aus dem All zu erhöhen. Das Programm analysiert die Bewegungen der Bilder und rechnet Verzerrungen, die durch Turbulenzen entstehen, anhand der Bewegungsmuster heraus.

Der Hochauflösungsalgorithmus ist nicht nur hilfreich beim Blick in die Sterne, sondern kann, in entgegengesetzter Richtung eingesetzt, die Aufnahmen, welche die Satelliten von der Erde machen, signifikant verbessern. Das Astrophysikalische Institut arbeitet schon an einer entsprechenden Anpassung des Programms.




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