Warnung vor überhöhten Preisen


Die ausländischen Urlauber schätzen die schönen Strände der Kanaren, doch Konkurrenzziele wie Ägypten erstarken wieder. Foto: turismo de tenerife

Die Konkurrenzziele holen auf und erhöhen den Druck auf das teure Urlaubsziel Kanaren

Kanarische Inseln – Aufgrund der politischen Verhältnisse und der unsicheren Lage haben frühere Wettbewerber wie Griechenland, Ägypten oder die Türkei in den letzten Jahren das Feld auf touristischem Gebiet den Kanarischen Inseln überlassen. Doch die Reiseveranstalter bestätigen eine zunehmende Erholung der Konkurrenten. Die bislang von den kanarischen Hoteliers betriebene Strategie der Preiserhöhung könnte dabei dem Urlaubsziel zum Verhängnis werden, entsprechen doch die hohen Preise nach Ansicht der Experten nicht dem Angebot dieses Urlaubsziels der eher mittleren Preisklasse.

Noch vor wenigen Monaten hatten die Leiter der wichtigsten spanischen Tourismus-Konzerne wie Riu, Satocan oder Meliá Hoteles auf unterschied­lichen Konferenzen übereinstimmend erklärt, die Erholung der Konkurrenten würde noch zwischen drei und fünf Jahre andauern. Diese Zeit müsse genutzt werden, um die spanischen Urlaubsziele zu erneuern und zu modernisieren, um in der Lage zu sein, in einem stark umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Entscheidend sei dabei insbesondere die Verbesserung der Qualität und die Erweiterung des Angebots.

Dieser Tage bestätigten bedeutende Reiseveranstalter den Handlungsbedarf und warnten insbesondere die Urlaubsziele Balearen und Kanaren vor den Folgen der Erholung der Wettbewerber.

Peter Fankhauser, CEO von Thomas Cook, erklärte, aufgrund der hohen Nachfrage habe der Reiseveranstalter in diesem Sommer sein Angebot wieder ausgeweitet. Die Buchungen für Griechenland seien um 40% angewachsen, auch Zypern, Kroatien, Bulgarien und Portugal befänden sich im Aufwind. Sogar Ägypten habe wieder mehr Interessenten. Einzig die Türkei sei weiterhin wenig gefragt. Auch TUI, größter deutscher Reiseveranstalter, gab bekannt, trotz der Ausweitung der Reisen auf die Kanaren das Angebot um 20% auf andere Ziele wie Ägypten zu erweitern. Die Verbraucher hätten wieder Vertrauen gefasst. Bald würde man auch wieder Reisen in die Türkei anbieten, hieß es von TUI. Der Druck auf das Urlaubsziel Kanaren wächst, das bei einer Erholung der früheren Konkurrenten schwer mit den Nachteilen der hohen Preise und einer nicht abgeschlossenen Erneuerung zu kämpfen haben könnte.

Aufgrund der guten Zahlen des ersten Quartals und ausgebuchter Häuser über Ostern zeigen sich die kanarischen Hoteliers dennoch zuversichtlich. Santiago Armas von Grupo IFA sprach stellvertretend für viele kanarische Hoteliers, als er erklärte, der Markt bestimme die Preise. Sei die Nachfrage so hoch wie an Ostern, würden die Preise entsprechend hoch angesetzt. Schnäppchen für den lokalen Markt gäbe es dann nicht. „Der Tourist bezahlt diesen Preis, weil er der Meinung ist, das Produkt ist es wert,“ schloss Armas.

Doch nicht wenige Experten warnen vor dieser Preispolitik. Bei den Kanarischen Inseln handelt es sich um ein Ziel der mittleren Preisklasse, nicht der Spitzenklasse. Die Preise würden einzig und allein widerspiegeln, wie die Unternehmer die Konjunktur des kanarischen Tourismus ausnutzten.

Gleichzeitig würde nur wenig unternommen, um das Urlaubsziel zu erneuern und zu modernisieren, und so auf die nahe Zukunft vorzubereiten.

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