Kommt die Zuckersteuer?


Die WHO empfiehlt eine Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke. Foto: pixabay

Die Region erwägt, dem Beispiel Kataloniens zu folgen

Kanarische Inseln – Nachdem Katalonien am 1. Mai eine Steuer auf gezuckerte Getränke eingeführt hat, um den übermäßigen und gesundheitsschädlichen Zuckerkonsum zu senken, überlegen auch die kanarischen Politiker, im kommenden Jahr eine entsprechende Abgabe zu schaffen.

Rosa Dávila, Leiterin des Finanzressorts, gab bekannt, eine Expertengruppe sei zusammengestellt worden, welche prüfen soll, wie man eine derartige Abgabe in das neue Steuersystem einfügen kann. Vor 2018 sei jedoch nicht mit der Einführung der Steuer zu rechnen. Als Hauptgrund führt Dávila den gesundheitlichen Aspekt an. „Wir müssen den Linien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgen,“ so Dávila. „Das beste Mittel, um gegen Übergewicht, Diabetes und verschiedene Krebsarten zu kämpfen, ist, schädliche Lebensmittel zu besteuern. Andere Länder haben das auch schon gemacht und gute Ergebnisse erzielt. Dabei geht es nicht nur um gezuckerte Getränke, sondern auch um industriell hergestelltes Backwerk.“

Gegenüber der Zeitung „La Opinión“ äußerte sich Steuerberater Orlando Luján skeptisch zu den Äußerungen der Ressortleiterin. Sicherlich gehe es auch um den Gesundheitsschutz, aber der eigentliche Grund der Erhebung von Abgaben sei nun einmal, den öffentlichen Haushalt mit Mitteln auszustatten.

Ernährungsberaterin Cristina Luján erklärte im Gespräch mit dem Blatt, die Erziehung zu einer gesunden Ernährung sei viel wichtiger. Dazu gehören die Aufklärung durch entsprechende Kampagnen. Den Menschen müsse vermittelt werden, dass – die von einer zukünftigen Steuer befreiten – Light-Getränke ebenfalls nicht gesund seien, so Luján. Statt zuckerhaltige Getränke zu verteuern, sollte vielmehr für den Umstieg auf Mineralwasser geworben oder mehr Wissen über Transfette oder Palmöl vermittelt werden.




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