„Speicherbatterie“ für Erneuerbare Energien


So soll das Wasserkraftwerk im Süden Gran Canarias einmal aussehen: 1. Salzwasseraufnahme-System, 2. Entsalzung und Pumpstation I, 3. 20 Km geschlossene Kanäle, 4. Wanderpfad auf den Kanälen, 5. Pumpstation II, 6. 2 Km Zugangstunnel, 7. Stausee Soria, 8. Höhle mit Kraft- und Umspannwerk (220 kV), 9. Kontrollgebäude, 10. 220 kV Hochspannungsleitung, 11. Hydraulik-Kreislauf, 12. Stausee Chira. Foto: REE

Das Wasserkraftwerk Chira-Soria soll ab 2022 eine effiziente Nutzung von Sonnen- und Windenergie ermöglichen

Gran Canaria – Im Oktober wurde in Santa Águeda im Süden Gran Canarias ein hochmodernes Umspannwerk eröffnet, das eine entscheidende Voraussetzung für den Bau des Wasserkraft- und Pumpspeicherwerks Chira-Soria darstellt. Der Präsident des spanischen Stromnetzbetreibers „Red Eléc­trica de España“ (REE) José Folgado und Kanarenpräsident Fernando Clavijo ließen es sich nicht nehmen, bei dem Festakt in der 23 Millionen Euro teuren Anlage persönlich zugegen zu sein.

Das Wasserkraftwerk Chira-Soria wird die schon vorhandenen Stauseen bei Chira (880 m) und Soria (575 m) nutzen, um einerseits mittels Turbinen Strom zu erzeugen und andererseits entsalztes Meerwasser hinaufzupumpen, wenn bei der Stromerzeugung mehr Energie anfällt, als gerade benötigt wird. Der Bau der Anlage, die eine Investition von 320 Millionen Euro erfordert, soll Ende des  2017 beginnen und 2022 abgeschlossen sein.

Stausee Soria auf Gran Canaria. Foto: Moisés pérez
Stausee Soria auf Gran Canaria. Foto: Moisés pérez

Teneriffa will nachziehen

Fast zeitgleich mit der Eröffnung des Umspannwerks Santa Águe­da als wichtigem Puzzlestein für das Pumspeicherwerk auf Gran Canaria hat die Inselregierung von Teneriffa einen Antrag eingebracht, mit dem bei der REE darauf gedrängt werden soll, die Planung für ein kombiniertes Wasser- und Pumpspeicherkraftwerk auch für Teneriffa auf den Weg zu bringen. Nach Ansicht des Cabildos würde es ein solches Werk ermöglichen, 30% des Energiebedarfs der Insel durch Erneuerbare Energien zu decken und außerdem noch 2.000 Arbeitsplätze schaffen.

Den Antrag unterstützen außer den Regierungsparteien CC und PSOE auch die PP und ein freier Abgeordneter. Einzig Podemos schloss sich nicht an, mit der Begründung, es gebe kein einheitliches Energiekonzept, und man strebe weiterhin die Nutzung von Erdgas in großem Stil an.

Auf Teneriffa gibt es laut Wassernutzungsplan immerhin zwanzig Wasserquellen, die für die Einrichtung von Staudämmen infrage kommen würden. Die Kosten für ein solches Projekt werden auf 300 bis 500 Millionen Euro geschätzt.

„Speicherbatterien“ für die Kanarischen Inseln

Der kanarische Industrieminister Pedro Ortega begrüßte die Eröffnung des Umspannwerks auf Gran Canaria und bezeichnete sie als Meilenstein auf dem Weg zur Verwirklichung des Wasserkraftwerks Chira-Soria. Er erklärte, er werde sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass auch die geplante 220 Megawatt-Pumpstation in Erjos auf Teneriffa, welche die REE nicht in ihre Planung aufgenommen hat, gebaut werde. Ebenso werde er für den Bau solcher Anlagen auf La Gomera und La Palma kämpfen. Die Kanaren bräuchten „Speicherbatterien“, um die Energie aus den Sonnen- und Windkraftanlagen effektiv nutzen zu können.

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