Babyboom im Terrarium


Die Zuchtstation auf El Hierro freut sich über den Nachwuchs. Foto: efe

Zuchtstation für Rieseneidechsen erwartet Rekordjahr mit über 100 neuen Exemplaren

El Hierro – Im September sind in der Zuchtstation für Rieseneidechsen im Tal von El Golfo 99 Exemplare der vom Aussterben bedrohten Art Gallotia simonyi geschlüpft. Wie das Umweltamt der Insel mitteilte, bahnt sich damit ein neuer Rekord in der Nachzucht dieser Art an, die einzigartig auf der Welt ist. 13 Gelege lassen mit einem Babyboom und insgesamt 107 Jungtieren rechnen, teilte Héctor Hernández vom Umweltressort mit. Damit wäre 2016 das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Nachzucht dieser Art.

Um deren Fortbestand zu gewährleisten, wird die Fortpflanzung der Rieseneidechsen nicht nur in den beiden Zuchtstationen auf der Insel überwacht, sondern auch immer wieder Auswilderungsprojekte umgesetzt. Experten des Umweltamtes haben praktisch sämtliche Ecken und Winkel der Steilküste untersucht, um die geeigneten Orte zu finden. So wurden im Laufe der letzten Jahre kleine Kolonien in geschützten Naturgebieten wie Gorreta, Punta Agache, Punta Arelmo und auch auf dem Felsen Roque Chico de Salmor durchgeführt, wo die Eidechsen garantiert sicher sind vor natürlichen Feinden wie wilden Katzen und Ratten. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Reptilien an ihrem neuen Wohnort auch ausreichend Nahrung nach ihrem Geschmack finden, wozu kleine Insekten und ganz besondere Pflanzenarten gehören.

Innerhalb des Nachzuchtprogramms werden aus Sicherheitsgründen auch drei Exemplare der Art in der Zuchtstation für Rieseneidechsen auf La Gomera gehalten. Von der dort heimischen und ebenso bedrohten Unterart Gallotia bravoana werden ebenfalls drei Exemplare in einem Terrarium auf El Hierro gehalten.

Die Rieseneidechsenart Gallotia simonyi von El Hierro kennzeichnet sich durch einen großen Kopf und einen langen Schwanz. Die Eidechsen können bis zu einer Länge von 60 Zentimetern wachsen. Ihr Rücken ist grau bis braun, manchmal auch schwarz, während der Bauchbereich heller bis hin zu weiß ist. An der Leiste weisen die Tiere gelbe Punkte auf.

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