Spanien nimmt zu wenig Abgaben ein


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Grund dafür sind die Steuerbefreiungen, Abschreibungs­möglichkeiten und Vergünstigungen

Madrid – Die öffentliche Verwaltung Spaniens nimmt bedeutend weniger Geld ein als die meisten anderen Länder Europas, wie die neuesten Daten von Eurostat zeigen. Um an den europäischen Durchschnitt heranzureichen, müssten die Einnahmen um 5,4% des BIP ansteigen.

Die größten Abweichungen gibt es bei der Einkommensteuer IRPF und zwar wegen der großen Anzahl von Steuerbefreiungen, Abschreibungsmöglichkeiten und Vergünstigungen. Auch die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer liegen mit 0,5% des BIP unter dem europäischen Durchschnitt. Beide Steuerarten bieten nach Expertenmeinung viele Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung.

Laut Eurostat belaufen sich die Steuereinnahmen aller spanischen Behörden auf 34,6% des BIP und liegen somit 5,4% unter dem europäischen Durchschnitt. Die Experten sind sich einig, dass aufgrund diverser, gerne in Anspruch genommener Bonifikationen dem Fiskus jährlich 50 Milliarden Euro entgehen.

Die größte Abweichung zwischen möglichen und tatsächlichen Einnahmen besteht bei der Mehrwertsteuer IVA. Während das spanische Finanzamt einen IVA von 7,4% des BIP kassiert, beträgt der europäische Durchschnitt 9,4% des BIP. Das liege nicht daran, dass die Steuersätze niedrig sind, vielmehr an der großen Anzahl von Steuerbefreiungen, Abschreibungsmöglichkeiten und Vergünstigungen, wie José Ignacio Conde-Ruiz, Professor an der Universität Complutense in Madrid, bestätigt. Als Beispiele nennt er die Abschreibungen für private Rentenversicherungen oder fürs Wohnen. Diese Vergünstigungen kämen insbesondere den Besserverdienern zugute.

Eine Ansicht, die auch José Félix Sanz, Direktor der Sparkassen-Stiftung Funcas, teilt. Die Großverdiener würden ihr Geld an Gesellschaften übertragen, um weniger Einkommensteuer zu zahlen, während die Geringverdiener nicht profitieren würden.

Im Bereich der Mehrwertsteuer haben sich die Einnahmen dank konsumfördernder Maßnahmen der Regierung und der Verbesserung der finanziellen Lage vieler Haushalte zwar erhöht, liegen dennoch 0,5% unter dem europäischen Durchschnitt. Nach Ansicht der Experten liegt das hauptsächlich an den Sonderregelungen und Sonderbesteuerungen beispielsweise im touristischen Bereich. Darüber hinaus bietet IVA viel Raum zur Steuerhinterziehung. Brüssel hat Spanien bereits mehrmals aufgefordert, den vergünstigten IVA-Satz von 10% auf den allgemeinen Satz von 21% anzuheben – bislang ohne Erfolg.

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