Plastiktüten den Kampf angesagt


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Ab 2018 muss für die Tüten bezahlt werden

Madrid – Ab dem 1. Januar 2018 dürfen die spanischen Geschäfte Plastiktüten nicht mehr kostenlos an ihre Kunden ausgeben. Ein neues Gesetz schreibt zwingend vor, pro Tüte zwischen 5 und 30 Cent zu verlangen. Damit setzt Spanien eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2015 um. Sinn und Zweck der neuen Gesetzgebung ist die Reduzierung der teilweise nur sehr schwer biologisch abbaubaren Plastiktüten, deren Zersetzungsprozess Schätzungen zufolge Hunderte von Jahren dauern kann.

Schon jetzt erheben die meisten Warenhäuser und Supermarktketten einen, wenn auch geringen, Preis für Plastiktüten. Ab 2018 wird dies Pflicht und die Handhabung vereinheitlicht. Für eine biologisch abbaubare Tüte werden dann 5 bis 10 Cent, für nicht abbaubare Tüten je nach Plastikdichte zwischen 10 und 30 Cent fällig. Kostenlos bleiben die dünnen Plastiktüten, die aus Gründen der Hygiene oder zur Abfüllung von unverpackten Lebensmitteln, beispielsweise Obst, verwendet werden.  Nach den offiziellen Daten ist der Verbrauch von Plastiktüten seit 2007 um 56% zurückgegangen, trotzdem liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Spanien immer noch bei 238 Tüten pro Jahr. Die Recycling-Quote der Plastiktragetaschen liegt derzeit unter 10%. Rund 40% werden verbrannt, der große Rest landet auf der Müllhalde.

Eine weitere Maßnahme zur Reduzierung der Kunststofftüten besteht in dem Umstieg auf Papiertüten, die bereits 36% des Angebotes ausmachen. Rund 65% der Handelsunternehmen setzen auf Papiertüten, von denen 74% recycelt werden.

Die neue Norm sieht eine Bestrafung der Firmen vor, die ab 1. Januar 2018 weiterhin gratis Plastiktüten ausgeben. Auch müssen sowohl die biologisch als auch die nicht abbaubaren Tüten mit einem Symbol versehen werden, welches den Verbraucher über die richtige Recycling-Tonne informiert.

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