Frauen arbeiten 54 Tage pro Jahr umsonst


Die Aktion „Ich arbeite gratis“ der Gewerkschaft UGT umfasst den Zeitraum, den Frauen, angesichts der Gehaltslücke zu den Männern, praktisch umsonst arbeiten. Foto: UGT

Die Kluft zu den Gehältern der Männer beträgt 14,9%

Madrid – Frauen müssten im Durchschnitt 54 Tage pro Jahr mehr arbeiten, um das gleiche Einkommen zu erreichen wie ihre männlichen Kollegen. Dieser Umstand ist der Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern geschuldet, die in Spanien nach den Daten des Statistischen Amtes der EU Eurostat 14,9% beträgt.

Um diese Tatsache an die Öffentlichkeit zu bringen, hat die Gewerkschaft UGT unter dem Motto „Ich arbeite umsonst“ eine Kampagne gestartet, die bis zum 31. Dezember, also insgesamt 54 Tage, andauert und die Zeitspanne, in der die spanischen berufstätigen Frauen ihre Arbeit „verschenken“, zum Thema hat.

Laut UGT besagen die neuesten Daten der Umfrage über die Gehaltsstruktur von 2014 des spanischen INE, dass der Unterschied zwischen den mittleren Brutto-Jahresgehältern zwischen Frauen und Männern sogar bei 23% liegt. Während männliche Arbeitnehmer im Durchschnitt 25.727 Euro jährlich erhalten, sind es bei den Arbeitnehmerinnen nur 19.745 Euro.

Doch die Diskriminierung, welche die Frauen erfahren, liege „nicht nur in der Höhe des Gehaltes, sondern auch im Zugang zur Arbeit, in den Vertragsbedingungen und in den Arbeitszeiten“. In diesem Sinne habe eine von vier Frauen nur eine Teilzeitstelle.

Zudem erhalten die Männer im Alter zwischen 65 und 69 Jahren eine durchschnittliche Rente von 1.327 Euro, während die Frauen dieses Alters eine durchschnittliche Rente von 861 Euro erhalten – ein Unterschied von 35%.

Die UGT warnt davor, dass diese Situation sich nicht verbessern, sondern im Gegenteil immer weiter verschärfen könnte.

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