Enteignung und Aufkauf von Grundstücken an der Küste


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Mit dieser Maßnahme will die Regierung die Gebiete vor Bauhaien und Umweltsünden bewahren

Im Rahmen eines Regierungsplans zum Schutz der Küste will das spanische Umweltministerium für mehrere Millionen Euro Grundstücke am Meer aufkaufen, die Gefahr laufen könnten, der ungebremsten Bauwut zum Opfer zu fallen. Allein im kommenden Jahr sind dafür 20 Millionen Euro vorgesehen, wobei der Betrag – falls erforderlich – noch erhöht werden könnte.

Im Vorfeld hatten bereits verschiedene autonome Regionen die Regierung über die Existenz von 113 besonders gefährdeten Grundstücken in Kenntnis gesetzt.

Wie José Fernández, spanischer Generaldirektor für Küstenangelegenheiten, in diesem Zusammenhang erklärt, muss die Zentralregierung „Eigentümer“ der gefährdeten Gebiete werden, da deren Schutz sonst nicht gewährleistet ist. Nicht zuletzt weil die Kompetenzen für Küstenangelegenheiten den Gemeinden und autonomen Regionen unterliegen.

Der Schutzplan stützt sich auf eine ähnliche Initiative der französischen Regierung.

Wie vonseiten des Umweltministeriums bekannt gegeben wurde, wird man mit der Enteignung und dem Aufkauf der am meisten gefährdeten Gebiete beginnen.

Der Schutz der Küste ist in Spanien nicht zuletzt nach der Bauwut der letzten Jahrzehnte zu einem Thema von großer Bedeutung geworden. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geographie sind bereits 34% der spanischen Küste bebaut. 2004 wurden 181.000 Wohnungen an der Küste verkauft, 13% mehr als im Vorjahr. Zwischen 2001 und 2004 wurden über 600.000 Immobilien in Küstengebieten an den Mann gebracht. Für die wenigen noch ursprünglichen Küstengebiete am Mittelmeer liegen bereits zahlreiche Bauprojekte vor, die meist von Bürgermeistern bzw. Regionalregierungschefs unterstützt werden.

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