Ältester menschlicher Kiefer Europas entdeckt


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Das Kiefer-Fragment wurde in der Atapuerca-Grotte gefunden und soll etwa 1,2 Millionen Jahre alt sein

Die Überreste eines menschlichen Kiefers wurden zwar bereits im Juni vergangenen Jahres in der archäologischen Fundstelle Sima del Elefante in der Atapuerca-Grotte (Burgos) entdeckt, doch erst jetzt wurde Näheres darüber bekannt.

Madrid – Wie das Forscherteam um den spanischen Paläontologen Eudald Carbonell im britischen Wissenschaftsmagazin „Nature“ berichtet, sollen die entdeckten Zähne und der Unterkiefer von einem Menschen stammen, der vor etwa 1,2 Millionen Jahren in der Region lebte. Damit handelt es sich um die Überreste des bislang ältesten bekannten Westeuropäers überhaupt. Der Fund ist nicht zuletzt deshalb von so großer Bedeutung, weil dadurch die These unterstützt wird, dass die aus Afrika zugewanderten Menschen viel früher nach Europa kamen, als bislang angenommen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Überreste von einem Homo antecessor stammen, einem gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Neandertaler. In der Grotte wurden außerdem Steinwerkzeuge und tierische Gebeine entdeckt.

Bislang galten die Funde, die 1994 in der nahe gelegenen Gran Dolina-Grotte gemacht wurden, als die ältesten menschlichen Überreste, die in Europa entdeckt wurden. Es handelte sich dabei um ein Fossil, dass etwa 400.000 Jahre jünger sein soll, als der Unterkiefer aus der Atapuerca-Grotte.




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