Rückblick: Ausgabe vom 22. November 1987


Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Der Verkehr auf der Insel Teneriffa sowie eine Lösung für das ständig steigende Verkehrsaufkommen hat die Verantwortlichen auch schon vor dreißig Jahren beschäftigt. Das bezog sich nicht nur auf eine Verbindung zwischen Nord und Süd, zwischen der Inselhauptstadt und dem Südflughafen, sondern auch von Santa Cruz und La Laguna. Eine Schnellzugverbindung zu den Touristikzentren im Inselsüden oder das Steckenpferd des damaligen Cabildo-Präsidenten Ricardo Melchior, der Transrapid, wird vielen Lesern des Wochenblatts noch in Erinnerung sein. In den Achtzigern lag das Interesse jedoch viel mehr auf einer schnellen Verbindung zwischen Santa Cruz und La Laguna, die inzwischen bequem und sehr erfolgreich von der Straßenbahnverbindung, der Tranvia, bewältigt wird. Damals, im Herbst 1987, schwebte jedoch die Idee von einer Schwebebahn zwischen den beiden Städten in den Köpfen der verantwortlichen Politiker und war der Aufmacher unserer Novemberausgabe.

In unserer Ausgabe vom 22. November 1987 berichteten wir über ein Treffen der Bürgermeister von Santa Cruz und von La Laguna mit Vertretern des Unternehmens Eurotren Monoviga SA, bei dem  das Projekt besprochen wurde, die beiden Städte mit einer ultraschnellen Schwebebahn zu verbinden. In Sevilla lief seinerzeit der Prototyp eines solchen Zuges auf einer zwei Kilometer langen Versuchsstrecke. Dort wurde der „Eurotren“ auf seine Mechanik, Elektrik, Dynamik und Resistenz getestet. Da ein erstes Vorprojekt zwischen fünfzig und hundert Millionen Peseten kosten sollte, räumten sich die beiden Bürgermeister dann doch erst einmal eine Bedenkzeit ein.

Die Nachricht: Das Projekt ist im Gespräch: Mit der Schwebebahn von Santa Cruz nach La Laguna

Nein, ganz so wie die berühmte Wuppertaler Schwebebahn ist das System nicht, eher umgekehrt. Denn die Schwebebahn, die für Teneriffa im Gespräch ist, wird nicht oben aufgehängt sein, sondern auf Rädern fahren. Die allerdings sitzen nicht in einer Schiene, die in den Boden eingelassen ist, sondern die auf einer Betonbasis durch die Luft führt. Bereits im März dieses Jahres berichteten wir über ein Projekt des Eurotren Español, der sogar die japanische Fachwelt in Erstaunen versetzt und als das schnellste und billigste Überlandtransportmittel der Zukunft beurteilt wurde. Damals war allerdings noch nicht im Traum daran zu denken, dass es auf Teneriffa einmal so eine Schwebebahn geben könnte. Doch nun zeigt sich, dass der Sprung von der avantgardistischen Technik aus Sevilla nach Teneriffa gar nicht so unüberbrückbar weit ist…

Der Zug macht 200 km/h doch die unbestrittenen Vorteile des Eurotren liegen darin, dass es ein leichtes Gefährt ist, das geringe Betriebskosten verursacht, sein geringer Lärm, seine Umweltfreundlichkeit und seine große Sicherheit. Billig ist das hochgestochene Projekt nicht, mit dem die beiden Bürgermeister liebäugeln, und das Gelände zwischen La Laguna und Santa Cruz ist alles andere als ein problemloses Flachland.




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