Digitale Währung – Teil 5 – Aufbewahrung


Das Einzige was den Aufschwung der großen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum bisher immer mal wieder zu bremsen vermag, sind Hacking-Meldungen und vermeintliche Sicherheitsprobleme. Denn mit digitalen Währungen haben Sie das Privileg, aber gleichzeitig auch die Verantwortung, Ihr eigenes Geld zu verwalten und abzusichern. Zahllose Diebstähle hätten verhindert werden können, wenn die Coins richtig aufbewahrt worden wären.

Wenn Sie bei einer Bank Fremdwährungen oder Aktien kaufen und diese auf einem Konto bzw. Depot aufbewahren, haftet das Geldinstitut oder ein Fonds bis zu einer gewissen Summe bei Verlust infolge von Diebstahl, Hacking (sofern aufseiten der Bank geschehen) oder Konkurs. Für digitale Währungen gibt es allerdings keine zentralen Stellen und so lassen sich diese vielmehr mit Bargeld vergleichen. Wird Bargeld aus Ihrem Haus oder Ihrer Brieftasche entwendet, können Sie in der Regel niemanden dafür zur Rechenschaft ziehen (es sei denn, Sie erwischen den Täter). Und genauso verhält es sich auch mit Kryptowährungen. Diese werden in einem sogenannten „Wallet“ (engl. für Brieftasche) gespeichert, welches aus einem langen kryptografischen Code besteht. Ist man im Besitz dieser Brieftasche, ist man auch im Besitz des Geldes. Ein solches Wallet kann bei Kryptowährungen jedoch in unterschiedlichsten Formen vorliegen:

Desktop-Wallet

Hierbei handelt es sich um ein einfaches und kostenloses Programm, welches auf Ihrem Computer oder Mac installiert wird. Die Vorteile des lokalen Wallets sind, dass Sie alleine die Kontrolle darüber haben, allerdings sind Sie so auch alleine für den Schutz verantwortlich. Wenn sich jemand Zugang zu Ihrem Computer verschaffen kann, sei es lokal oder über einen Virus, kann diese Person auch auf Ihre digitale Brieftasche zugreifen und Ihr Guthaben wegtransferieren. Falls Sie sich für ein Desktop-Wallet entscheiden, sollten Sie Ihren Computer also gut schützen. Einsteigern empfehlen wir das schlanke „Electrum“- Wallet (https://electrum.org).

Mobile-Wallet

Ein weiterer Nachteil des Desktop-Wallets ist, dass ein Computer normalerweise über einen festen Standort verfügt. Für das Einkaufen oder Reisen ist es also sinnvoller, wenn man die Brieftasche auf seinem Smartphone oder Tablet in Form einer App nutzt. Allerdings gilt auch hier, wer im Besitz des Gerätes ist, hat theoretisch die Möglichkeit, die di- gitalen Währungen zu entwenden. Natürlich lassen sich die Wallet-Apps zusätzlich mit Kennwörtern und PINs schützen, genauso wie auch Smart­phones und Tablets mit einem Diebstahlschutz ausgestattet werden können. Auch auf den mobilen Geräten können Sie das „Electrum“-Wallet nutzen.

Online-Wallet

Die webbasierten „Brieftaschen“ sind am ehesten mit einem Bankkonto vergleichbar. Hier verwaltet eine externe Partei wie Ihr Broker die geheimen Wallet-Schlüssel und gewährt Ihnen Zugriff per Benutzername und Passwort. Beispielsweise erhalten Sie bei der weltweiten und von uns em- pfohlenen Bitcoin-Börse Coinbase automatisch ein kostenloses Wallet, in welches Ihre Coins abgelegt werden. Außerdem bietet sie mit der optionalen Tresor-Funktion einen besonderen Sicherheitsvorteil für Einsteiger. Hier werden sämtliche Überweisungen erst nach 48 Stunden ausgeführt. In dieser Zeit müssen Sie die Transaktion zusätzlich per E-Mail bestätigen, andernfalls wird der Transfer abgebrochen. Sollte sich also jemand Zugriff auf Ihr Coinbase-Account verschaffen und versuchen, das Geld abzuziehen, werden Sie benachrichtigt und haben genügend Zeit, um zu reagieren. Falls Sie ein solches Online-Wallet nutzen möchten, muss Ihnen jedoch bewusst sein, dass Sie dem entsprechenden Unternehmen vertrauen müssen und im Falle eines Konkurses nicht sichergestellt ist, dass Sie Ihre Vermögenswerte ausbezahlt bekommen.

Hardware-Wallet

Hierbei handelt es sich um physische Wallets die meist in Form von USB-Sticks daherkommen. Ihre digitalen Währungen werden dann einfach auf das Gerät transferiert. Dieses ist sicher verschlüsselt und mit PIN-Code oder Fingerabdrucksensor geschützt. Der Vorteil der Geräte ist, dass Sie im alleinigen Besitz sämtlicher Coins sind und das Hardware-Wallet sicher (beispielsweise in einem Safe oder Bankschließfach) aufbewahren können. Sie brauchen keine Angst vor Hackern oder allfälligen Börsenpleiten zu haben, lediglich vor physischem Diebstahl. Allerdings wäre dies nicht einmal so schlimm, sofern Sie diesen bemerken. Der Wallet-Schlüssel lässt sich nämlich beliebig kopieren. Sie können also quasi ein «Backup» Ihrer Brieftasche anlegen. Wird Ihnen das Hardware-Wallet entwendet, können Sie Ihre Coins einfach auf ein neues Wallet übertragen, lange bevor der Dieb eine Chan­ce hat die Sicherheitsmechanismen zu knacken. Besonders komfortabel und sicher sind die Hardware-Wallets von „Ledger“, welche in der einfachsten USB-Stick-Version (Ledger Na­no S) bereits ab 69.60 Euro erhältlich sind (www.ledgerwallet. com).

Paper-Wallet

Die simpelste Form eines Krypto-Wallets ist das Papier. Wenn Sie ein Papier-Wallet erstellen oder erwerben, erhalten Sie den Brieftaschen-Schlüssel zum Ausdrucken oder Abschreiben. Damit ist das Wallet zu 100% offline und kann somit unmöglich durch Cyber-Attacken angegriffen werden. Allerdings muss man, wie beim Hardware-Wallet, gut auf das Stück Papier achten. Theoretisch könnten Sie diesen Wallet-Schlüssel auch einfach auswendig lernen. So hätten Sie Ihre digitale Brieftasche immer dabei, ohne dass diese gesehen oder entwendet werden könnte. Ein kostenloses Paper-Wallet können Sie z.B. mit dem Online-Generator „BitAddress“ (https://www.bitaddress.org) in wenigen Sekunden selbst erstellen.

Fazit:

Wenn es um die sichere Aufbewahrung von Kryptowährungen geht, stehen Sie vor ähnlichen Herausforderungen wie bei Bargeld. Vertrauen Sie es einer Bank (Online-Wallet) an, oder lagern Sie es lieber unter der Matratze (Desktop-Wallet). Vielleicht doch besser im Safe mit doppeltem Boden (Hardware-Wallet)? Der private Wallet-Schlüssel ist der einzige Weg, um auf die digitalen Währungen zugreifen zu können. Die digitalen Brieftaschen sind also nur so sicher wie der Schlüssel verwahrt wird. Einsteigern empfehlen wir die direkte Lagerung beim Broker Coinbase, sollten Sie größere Summen investieren wäre ein Hardware-Wallet mit zusätzlicher Sicherheitskopie (beispielsweise in einem Bankschließfach) die empfohlene und sicherste Methode, um wirklich sämtliche Eventualitäten abzudecken.

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(Sacha Burlon)
www.duckling.es




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