Rajoy zu Besuch beim US-Präsidenten


US-Präsident Donald Trump sagte Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy seine Unterstützung in der Katalonien-Krise zu. Rajoy war am 26. September zu einem Kurzbesuch in die USA gereist. Dabei traf er sich mit Donald Trump im Weißen Haus und besuchte die spanische Botschaft in Washington. Foto: EFE

Donald Trump: „Spanien ist ein großartiges Land und muss vereint bleiben“

Washington – Präsident Rajoy hat die beim G-20-Gipfel in Hamburg ausgesprochene Einladung des US-amerikanischen Regierungschefs wahrgenommen und ist am 26. September zu einem Kurzbesuch nach Washington gereist. Wegen der innenpolitischen Krise bezüglich des geplanten illegalen Referendums in Katalonien hatte er alle übrigen internationalen Verpflichtungen, wie beispielsweise seine Teilnahme am EU-Gipfeltreffen, das am 28. und 29. September in Tallinn, in der Hauptstadt Estlands, stattfand, abgesagt.

Wenn sich Rajoy vom Besuch beim US-amerikanischen Staatschef Unterstützung in seinem Disput mit der Regionalregierung Kataloniens erhofft hatte, so ist er zumindest in dieser Hinsicht voll auf seine Kosten gekommen. Es sei eine Dummheit, dass Katalonien nicht bei Spanien bleiben wolle, denn das Land müsse vereint bleiben. Mehrmals wiederholte Trump den Satz: „Spanien ist ein großartiges Land und muss vereint bleiben“. Als US-amerikanischer Präsident spreche er einem vereinten Land und seinem Präsidenten seinen Respekt aus und rufe die Katalanen auf, bei Spanien zu bleiben, denn es sei ein historisches und wunderschönes Land.

Er werde an der Seite von Spanien gegen den Terrorismus kämpfen, um die Freiheit und die Demokratie zu verteidigen und Wirtschaftswachstum zu schaffen. „Die Zeiten ändern sich. Wir haben große Erfolge im Irak und in Syrien zu verzeichnen. Wir sind sehr nahe daran, uns von dieser Bedrohung zu befreien“, sagte Präsident Trump während des Gesprächs im Oval Office, bevor er sich mit Mariano Rajoy zu einem Arbeitsessen zurückzog.

Der spanische Präsident hatte sich überschwänglich für den freundschaftlichen Empfang bedankt. Man habe ihn förmlich mit Aufmerksamkeiten überschüttet, erklärte er. Das Ziel dieses Treffens sei es, Wirtschaftswachstum zu schaffen und die Zusammenarbeit zu verstärken. „Für uns sind die USA das zweitwichtigste Land, was Investitionen betrifft. Wir haben Abkommen, welche die Menschheit betreffen. Die Terrorbekämpfung ist eine unserer Prioritäten, die Verteidigung der Personen, unsere Mitgliedschaft in der NATO und die Militärbasen von Rota und Morón,“ erklärte Rajoy unter anderem. „Unsere Werte sind dieselben: Demokratie, Freiheit und Menschenrechte – es ist ein Vergnügen, hier zu sein“, schloss er seine Ausführungen.

Gegen 12 Uhr mittags war Präsident Rajoy beim Weißen Haus angekommen. Der Hausherr, Donald Trump, hatte ihn am Eingang empfangen und zu einem ersten Gespräch in sein Arbeitszimmer geführt, bevor sie gemeinsam das Mittagessen einnahmen.

Nach dem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten schaute Rajoy noch kurz bei der spanischen Botschaft in Washington vorbei und trat danach von der Militärbasis Andrews aus den Rückflug nach Madrid an.

Bei der abschließenden Pressekonferenz hatten die mitgereisten spanischen Journalisten immer wieder die Katalonien-Frage aufgegriffen. Sie fragten Präsident Trump, ob er dem spanischen Regierungschef dahingehende Ratschläge erteilt hätte. „Ich glaube, dass sich die Menschen in Katalonien, die Katalanen, schon sehr lange mit dieser Frage beschäftigen. Doch ich denke, wenn sie präzise Daten hätten, Ergebnisse von konkreten Umfragen, würden sie feststellen, dass sie Spanien lieben und es nicht verlassen wollen. Ich respektiere ein vereintes Land und seinen Präsidenten, und ich glaube wirklich daran, dass die Leute in Katalonien bei Spanien bleiben wollen“, erklärte Donald Trump.

Rajoy unterstrich erneut seine Unterstützung für eine Politik der Härte gegenüber Nordkorea und Venezuela, während Trump ihm dafür dankte, dass er den Botschafter Nordkoreas in Spanien kürzlich ausgewiesen hatte und die USA dabei unterstützt, das brutale Regime zu isolieren. Was Venezuela betreffe, so hoffe er, dass  die Freunde in der EU dem Beispiel der USA, Kanandas und anderer lateinamerikanischer Staaten folgen, die Regierung Maduros mit Embargos zu belegen. „Die internationale Gemeinschaft darf dieses Land nicht mit warmen Tüchern behandeln“, hatte Rajoy ihm geantwortet.

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