Fehler im System


Cristina Valido, kanarische Ministerin für Sozialpolitik. Foto: EFE

Zwischen Zentral- und Kanarenregierung herrscht Uneinigkeit über Ursachen und Lösungsmöglichkeiten der Pflegemisere

Teneriffa – Nachdem der kanarische Volksanwalt in seinem Jahresbericht auf die desolate Situation der Pflegebedürftigen hingewiesen hat, ist das Thema verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangt.

Die kanarische Ministerin für Sozialpolitik, Cristina Valido, erklärte in einer offiziellen Verlautbarung, in der Pflege gebe es weder Rückschritte noch irgendetwas zu verstecken. Diese Regierung widme sich täglich mit Leib und Seele der Aufgabe, die Zahlen zu verbessern.

Nach den Daten des Instituts für Senioren- und Sozialdienste (Imserso), das für die Verwaltung und Verteilung der Pflegegelder zuständig ist, sind von den 42.600 Anträgen auf Pflegeleistungen, die bei den Behörden seit Bestehen des aktuellen Systems eingegangen sind, noch 7.786 nicht entschieden, und 29.733 Pflegebedürftige empfangen bereits Leistungen. Daraus ergibt sich, dass rund 13.000 Berechtigte immer noch auf ihr Pflegegeld warten.

Vonseiten der Zentralregierung hieß es aus dem Munde des Staatssekretärs für Sozialdienste und Gleichheit, Mario Garcés, die Regierung Rajoy erfülle ihre gesetzliche Verpflichtung, 50% der Pflegekosten zu finanzieren, weshalb man sich nicht erklären könne, warum die Gelder nicht bei den Pflegebedürftigen ankämen. Das kanarische Sozialministerium seinerseits macht das Buchungssystem von Imserso für das Chaos verantwortlich und fordert eine genaue Analyse, um festzustellen, warum das System nicht funktioniert.

Mehr Pflegeplätze

Währenddessen haben sich die Kanarenregierung und die sieben Inselregierungen über die Finanzierung der vorhandenen Pflegeplätze in der Tagesbetreuung und den Senioren- und Pflegeheimen geeinigt. Die Kanarenregierung wird 83,6 Millionen Euro übernehmen, die sieben Cabildos 42,5 Millionen Euro, um die insgesamt 126,1 Millionen Euro für 9.605 Plätze aufzubringen. Die Zahl der Pflegeplätze hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 73 erhöht.

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