Brennpunkt Gesundheitswesen


Jesús Morera. Foto: EFE

Anhaltende Schwierigkeiten führen zu Spannungen in der kanarischen Regierungskoalition

Kanarische Inseln – Trotz leicht gestiegenem Budget ist im kanarischen Gesundheitswesen wenig besser geworden. Dies sorgt in der Regierungskoalition zwischen der nationalistischen CC und den Sozialisten von der PSOE für Spannungen. Kanarenpräsident Fernando Clavijo äußerte öffentlich sein Unbehagen über anwachsende Wartelisten und Defizite im Gesundheitshaushalt. Auf Antrag der PSOE und der Partei Nueva Canarias (NC) berief Clavijo eine Versammlung des kanarischen Parlaments ein, in der sich der Gesundheitsminister Jesús Morera zur Lage in seinem Ressort erklärte. Morera räumte ein, dass die Wartelisten für Facharzttermine und Operationen um 8,5% bzw. 2.500 Personen länger geworden seien.

Trotz eines Budgets, das gegenüber dem vergangenen Jahr um 25 Millionen Euro gestiegen ist und noch um 10 Millionen Euro Sonderkredit aufgestockt wird, seien die Wartelisten nicht kürzer geworden, weil die Priorität auf die Behandlung jener Patienten gelegt worden sei, die von bis zu vier Jahren Verzögerung betroffen sind. Zudem sei der Bevölkerungsanteil der Senioren ebenso wie das Spektrum der angebotenen chirurgischen Interventionen angestiegen. Es sei also mehr operiert worden als zuvor.

Zudem sei die Reduzierung der mittleren Wartezeit auf 164 Tage gelungen. Der Trend zur Privatisierung von Gesund­heits­leistungen in Form der Auslagerung von Patienten und Operationen in private Kliniken konnte um 6.000 Fälle verringert werden. Des Weiteren sei es gelungen, die Überlastung der Notaufnahmen zu bremsen. Der vergangene Winter sei ohne „erniedrigende Bilder“ von auf den Krankenhausfluren abgestellten Patienten­betten überstanden worden.

Morera und andere Abgeordnete der PSOE verweisen auf die chronische Unterfinanzierung des kanarischen Gesundheitswesens und die daraus resultierenden, von den Amtsvorgängern ererbten tiefgreifenden Probleme als Erklärung für das immer größer werdende Haushaltsloch im kanarischen Gesundheitsressort.

OP nachmittags geschlossen

Das Universitätskrankenhaus der Kanaren HUC wird bis zum Jahresende die Operationssäle nachmittags schließen und Personal entlassen, um Defizite in seinem Budget auszugleichen. Die Krankenhausleitung betonte, dass Krebspatienten nicht von den Sparmaßnahmen betroffen seien und Priorität hätten. Dagegen wird die Kapazität von Diagnoseverfahren wie Ultraschall, Endoskopie und Resonanzdiagnostik vier Monate lang deutlich reduziert sein. Die Gewerkschaft UGT droht mit Streik, wenn diese Sparmaßnahmen nicht revidiert werden.

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