Keine Kastanien in Puerto


Besucher und Einheimische in Puerto de la Cruz vermissten dieses Jahr den beliebten Imbiss mit Kastanienröstern am Fischerhafen. Foto: ayuntamiento puerto de la cruz

Liebes Wochenblatt-Team,

als ehemalige Einwohnerin und ständige Besucherin lese ich Ihre Zeitung „im Exil“ immer wieder gern und regelmäßig. Heute möchte ich Sie um Hilfe bitten:

Für meine letzten Urlaubstage habe ich extra eine Reise vom 29.11. bis 4.12. zum Dia de San Andrés gebucht. Leider mussten ich wie viele andere enttäuschte Touristen und noch mehr Einheimische feststellen, dass es keinen Wein, keine Sardinen und Kastanien, keine Folklore-Musik und vieles mehr nicht gab, welches die Fiesta San Andrés ausmachte. Viele Touristen orientieren sich, wie ich auch, an Webseiten, welche die traditionellen Feste Teneriffas erwähnen. Und wer einmal ein solches Fest besucht und erlebt, den Reichtum der Tradition und die Liebe und Freude der Tinerfeños erfahren hat, möchte diese nicht mehr missen und richtet seine Reisen daraufhin aus. Leider wurde uns dieses Erlebnis in diesem Jahr verwehrt! Bitte unterstützen Sie die Tinerfeños darin, ihre Traditionen pflegen und leben zu können. Es kann doch nicht an der Engstirnigkeit einiger weniger liegen, dass diese Feste nicht erlaubt werden. Politiker, auch städtische, sind dafür gewählt, um Probleme zu lösen und sich für Puerto de la Cruz und seine Gäste einzusetzen.

Helga Höptner

Auf Nachfrage der Wochenblatt-Redaktion beim Rathaus, weshalb es dieses Jahr keine Kastanienröster am Fischerhafen gegeben habe, erhielten wir die Antwort, dass es bei der öffentlichen Ausschreibung des Kastanien- und Weinstandes keine Bewerber gegeben habe. Die Stadtverwaltung habe aufgrund von Anzeigen der umliegenden Restaurants, die im vergangenen Jahr moniert hatten, dass der Kastanienstand am Hafen einen regelrechten Restaurantservice bot, was sie für geschäftsschädigend hielten, neue Auflagen definiert. So sollte der Kastanienstand abgesehen von gerösteten Kastanien nur drei typisch kanarische Gerichte der Saison anbieten dürfen. Diese Einschränkung hat die Bewerber offensichtlich abgeschreckt, die in vergangenen Jahren bekanntlich innerhalb weniger Wochen ein gutes Geschäft gemacht hatten. Die Stadtverwaltung bedauert, dass es dadurch dieses Jahr zum Fest von San Andrés keinen Stand mit Kastanien und Wein am Hafen gab.

d. Red.




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