Angler vor dem Ertrinken gerettet


© WB

Am 15. November wurde ich an der Küste bei Poris de Abona Zeugin einer erstaunlichen Szene. Ein junger Mann angelt und verliert seine Angel. Ich sehe das und denke noch, was macht er nun? Zieht sich aus und springt kopfüber (etwa 4 m) in die schroffe Brandung an der Steilküste. Mir stockt der Atem. Ist es ein Idiot oder so ein Typ, dem das nichts ausmacht. Ich gehe weiter mit meinem Hund spazieren, aber schaue noch zurück. Er schwimmt an seiner Angel vorbei, weil er sie nicht sieht. Egal, ich denke, er hat genug. Er schwimmt ganz langsam zurück, kommt 5 bis 7 m vor den Felsen aber nicht weiter an das Festland. Oh nein, denke ich, der muss gerettet werden. Hier ist bloß niemand weit und breit. Ich rufe so laut ich kann „socorro !!!“ Nun rufen wir gemeinsam, der junge Mann kämpft und ruft. Tatsächlich kommen über kurz oder lang drei andere Angler an und sehen ihn. Gemeinsam wird alles unternommen, was möglich ist. Ein Stein mit einem Seil verknotet und immer mit ihm gesprochen, aber er kommt kaum näher, denn die Wellen schubsen ihn immer wieder weg. Schließlich schaffen es die anderen Angler, ihn aus dem Wasser zu holen. Blutig und völlig ermattet sitzt er nun in den spitzen Steinen der Lavaküste. Hier kommt er nicht weg ohne Ambulanz. Einer hat ein Handy und ruft Hilfe. Ich gehe der Ambulanz entgegen, denn hier würden sie uns nicht finden. Sie kamen schnell und dann auch noch der Hubschrauber.

Ursula Jauss

Poris de Abona

 




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