Zweisprachiger Unterricht bis 2032


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Die Kanaren wollen zur Region werden, in der „am meisten und am besten Englisch gesprochen wird“

Kanarische Inseln – Zuerst klang es wie eines der vielen Politikerversprechen, als Regionalpräsident Fernando Clavijo bei der Debatte zur Lage der Region ankündigte, mithilfe eines ehrgeizigen Planes die Zweisprachigkeit an den Schulen einzuführen. Doch kurz darauf präsentierte Juan Manuel Santana, Vizeleiter des regionalen Bildungsressorts, der Öffentlichkeit einen entsprechenden Plan.

Weil der Tourismus wirtschaftlich von enormer Bedeutung für die Kanaren und das Englisch-Niveau unter der Bevölkerung von jeher im Allgemeinen nicht sonderlich gut ist, will die Regionalregierung nun die kommenden Generationen für die Zukunft fit machen. Die Kanaren sollen innerhalb von 15 Jahren zu der Region avancieren, in der „am meisten und am besten Englisch gesprochen wird“, so Fernando Clavijo bei der ersten Vorstellung seines Vorhabens im Regionalparlament.

Dieser von Santana vorgestellte Plan sieht wie folgt aus: Ab dem nächsten Schuljahr sollen an immer mehr Kindergärten und Grundschulen 40% der Unterrichtsstunden auf Englisch abgehalten werden (Sekundarstufe: 30%).

Jede der 812 öffentlichen Schulen kann, unter Einbeziehung der Schulgemeinschaft, frei über die Teilnahme an dem Projekt entscheiden. Auch jedem Lehrer steht seine konkrete Teilnahme frei. Denn gerade ihnen kommt eine grundlegende Rolle zu, sind sie es doch, die nach einer gezielten Englisch-Förderung den Nachwuchs auf Englisch unterrichten sollen. Für die teilnehmenden Lehrer soll es Vergütungen geben. Wer nicht teilnehmen will, werde nicht benachteiligt, versicherte Bildungsbeauftragter Santana.

Zunächst werden englische Muttersprachler zur freien Konversation in den Schulklassen eingestellt, und es wird mit dem zusätzlichen Sprachunterrricht für die Lehrer begonnen, die auch eine Sprachreise absolvieren oder an einem Lehreraustausch mit einem englisch­sprachigen Land teilnehmen können. Das Angebot an den Sprachschulen und an den Universitäten wird ausgebaut und angepasst. Mit der Folge, dass es immer mehr englischsprachige Lehrer geben wird, die immer mehr Fächer in Englisch unterrichten können. Ausgenommen sind nur die Fächer Mathematik, Spanisch, Religion und Ethik, die auch in Zukunft in Spanisch unterricht werden.

Mit dem Plan zielt Fernando Clavijo darauf ab, dass „die erste Generation zweisprachiger Kinder im Jahr 2026 die Grundschule beendet, und dass im Jahr 2032 in allen Kindergärten und Grundschulen dieses Modell umgesetzt ist“. In 20 Jahren sollen 50% der Lehrer der Primarstufe und 35% der Lehrer der Sekundarstufe auf Englisch unterrichten können. Damit tatsächlich 2026 die erste Generation zweisprachiger kleiner Canarios die Grundschule verlässt, wird im Herbst mit dem zu 40% zweisprachigen Unterricht vorzugsweise in der ersten Kindergartenklasse (3 Jahre) begonnen.

Die Regionalregierung will in den kommenden acht Jahren 80 Millionen Euro in den ehrgeizigen Plan investieren.

Langfristig will Clavijo in den Schulen sogar eine Mehrsprachigkeit erreichen.

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